Full text : Die deutsche Ölmüllerei

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Einleitung.

lieh  das  Baumwollsamenöl,  Sesamöl  und  Erdnußöl.  In  Deutschland ­
  muß  auf  Grund  des  Margarinegesetzes  vom  Jahre  1897
aller  Margarinebutter  10%  Sesamöl  zugesetzt  werden,  weil  es
durch  diesen  Zusatz  möglich  gemacht  wird,  Margarine  leicht
und  sicher  von  Naturbutter  zu  unterscheiden.  Da  die  Margarine-Industrie
  Deutschlands  jährlich  gegen  100000000  kg  Kunstbutter ­
  herstellt,  ist  auf  diese  Weise  der  Sesamölindustrie
ein  Absatz  von  jährlich  10  000  t  Sesamöl  gesichert 8 ).  Nach
einer  Zusammenstellung  aus  dem  Jahre  1899  8 )  wurden  in  jenem
Jahre  in  der  deutschen  Margarine-Industrie  231410  Doppelzentner ­
  vegetabilischer  Öle  und  Fette  im  Werte  von  rund  vierzehn ­
  Millionen  Mark  (davon  wurden  mehr  als  die  Hälfte  im  Inlande ­
  hergestellt)  verarbeitet,  und  diese  Menge  bildete  17,04%
der  überhaupt  in  der  Margarine-Industrie  verbrauchten  Rohmaterialien ­
  (40,50%  animalische  Fette,  39,00%  Milch  und
3,46  o/o  Salz).
Nächst  der  Kuhbutter  ist  das  wichtigste  Nahrungsfett  das
Schweinefett.  Auch  hier  treten  seit  Ende  des  vorigen  Jahrhunderts ­
  Bestrebungen  auf,  infolge  der  hohen  Schweinefettpreise
dieses  Fett  teilweise  durch  billigere  Surrogate  zu  ersetzen;  als
solche  werden  wieder  in  erster  Linie  die  verschiedenen  Pflanzenöle ­
  (Erdnuß-,  Sesam-,  Baumwollsamenöl  usw.)  benutzt.  Die  aus
solchen  Mischungen  von  Schweinefett  und  Pflanzenölen  resp.
anderen  Surrogaten  entstandenen  Fettprodukte  kommen  in
Deutschland  unter  dem  Namen  „Kunstspeisefett“  (in  Amerika
Compound  lard)  in  den  Handel.
Seit  den  letzten  15  Jahren  wird  in  immer  ausgedehnterem
Maße  raffiniertes  Kokosöl  (Kokosbutter)  zur  Herstellung  von
Speisefett  benutzt.  Dasselbe  kommt  unter  den  verschiedensten
Namen  in  den  Handel  (Palmin,  Palmona,  Kunerol,  Ceres,  Sanella,
Palmefka  usw.)  und  ist  entweder  ganz  reines  Kokosfett,  oder  es
ist  dem  Kokosfett  durch  Färben,  Streichbarmachen  und  Verbuttern ­
  mit  Milch  Schweinefettähnlichkeit  oder  Butterähnlichkeit
verliehen.
Die  steigende  Bedeutung  der  Kokosbutterindustrie  als  Absatzgebiet ­
  der  deutschen  Ölmüllerei  zeigen  uns  die  zunehmenden
Einfuhrziffern  von  Kopra  in  Deutschland,  welche  zum  größten

8 )  Hefter,  1.  c.  Bd.  III,  S.  263.
            
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