Full text : Die deutsche Ölmüllerei

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Einleitung.

höheren  Stufe  technischer  Vollkommenheit  standen  als  die  in
Deutschland  hergestellten.  Im  Laufe  der  letzten  zehn  bis  zwanzig
Jahre  hat  sich  dies  geändert.  In  den  Hauptsitzen  der  Ölmüllerei
haben  sich  eine  ganze  Reihe  von  Maschinenfabriken  dem  Spezialstudium ­
  des  Baues  und  der  Einrichtung  von  Ölfabriken  zugewandt, ­
  und  der  Erfolg  dieser  Bemühungen  kommt  deutlich
darin  zum  Ausdruck,  daß  heute  die  deutschen  Ölmühlen  ihre
Neuanschaffungen  fast  ausnahmslos  in  deutschen  Maschinenfabriken ­
  vornehmen.
Es  bleibt  mir  noch  übrig,  mit  einigen  Worten  auf  die  fiskalische ­
  Bedeutung  der  Ölmüllerei  einzugehen.  Diese  besteht,
außer  in  den  Steuerbeträgen,  welche  die  Ölmühlen  aufbringen,
in  der  Hauptsache  in  den  Summen,  welche  die  Ölmüllerei  dem
Staate  durch  Eisenbahnfrachten  und  durch  Zölle  für  Rohmaterialien ­
  zuführt.
Nach  der  Güterbewegungsstatistik  wurden  im  Jahre  1909
auf  deutschen  Eisenbahnen  folgende  Mengen  von  Rohmaterialien ­
  und  Fabrikaten  der  Ölmüllerei  transportiert:

Ölsamen

Empfang
t
.  172536

Versand
t
107795

Öle,  Fette,  Trane  und  Talg 16 )  .

.  649539

608286

Ölkuchen

.  1117294

915173

An  Zolleinnahmen  flössen  dem  Deutschen  Reiche  aus  der
Einfuhr  von  Ölsaaten 17 )  im  Jahre  1909  rund  6  Millionen  Mark
zu,  gleich  0,8%  der  gesamten  Zolleinnahmen.  Von  dieser
Summe  kamen  2743713  Mark  auf  die  Zölle  aus  der  Rapseinfuhr, ­
  3197208  Mark  auf  die  Zölle  aus  der  Einfuhr  von
Sesamsaat,  Erdnüssen  und  Mohnsaat.

Die  folgenden  Untersuchungen  sollen  sich  damit  beschäftigen, ­
  die  volkswirtschaftliche  Bedeutung  der  Entwicklung  zunächst ­
  der  preußischen,  dann  von  1870  ab  der  deutschen  Öl16 ­

 )  ln  der  Güterbewegungsstatistik  werden  Öle,  Fette,  Trane  und
Talg  gemeinsam  aufgeführt.
17 )  Auf  Grund  des  Zolltarifs  von  1902  und  der  Handelsverträge  wird
von  Rapssaat,  Mohnsaat,  Sesamsaat,  Erdnüssen  und  einigen  anderen  wenig
verarbeiteten  Ölsaaten  bei  der  Einfuhr  ein  Zoll  von  2  Mk.  pro  100  kg
erhoben.
            
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