von gebilligten Voraussetzungen des Eigenthums und der
Sklaverei ausspricht, den fraglichen Schriftstellern eigenthümlich,
und hiebei hat Aristoteles sogar noch Einiges voraus, indem
er meint, der blosse Umtausch sei darum so naturgemäss, weil
er in sich selbst sein Ziel finde und nicht, wie der Gelderwerb,
ins Schrankenlose treibe.
üebrigens müssen auch in Rücksicht auf die Rollo des
Geldes thatsächlicli Ansichten vorhanden gewesen sein, denen
zufolge die Bedeutung desselben auf blosse Uebereinkunft oder
aber auf eine entgegengesetzte und jedenfalls bessere Idee zu
rückgeführt wurde. Der Umstand, dass sich dieser Sachverhalt
sogar aus den eignen Auslassungen des Aristoteles entnehmen
lässt, ist noch die beste Frucht seiner Bemerkungen. Man
muss indessen, um zu diesem Ergebniss zu gelangen, schon
Schlüsse machen und die andern Schriftsteller, namentlich
Xenophon, gehörig berücksichtigen. Alsdann kann man allen
falls behaupten, es sei in der Betrachtung des Geldes schon
eine entfernt ähnliche Auffassung versucht worden, wie sie
durch das neuere Mercantilsystem ausgebildet worden ist. Alle
solche Vorstellungen, wie man sie theils in zweideutigen Spuren
auffindet, theils voraussetzon kann, konnten jedoch nur Ein
kleidungen der ersten ganz unvollkommenen Gedankenbildung
sein, der wir nicht die scharfe Bestimmtheit des wissenschaft
lichen Bewusstseins unterschieben dürfen.
G. Die Griechen hatten wissenschaftliche Anlagen und
konnten hiedurch auch da, wo sie thatsächlich nicht viel wuss
ten, wenigstens die Formen des Denkens mit einer gewissen
Virtuosität geltend machen. Hiedurch gelangten ihre philoso
phischen Schriftsteller auch in Rücksicht auf ein paar volks-
wirthschaftliche Punkte zu Auslassungen, welche den ganz ge
wöhnlichen Ideen einen zur Mittheilung geeigneten Ausdruck
verliehen. Was die Geschäftsleute sicherlich im einzelnen Fall
weit besser übersahen, wurde auf diese Weise, wenn auch un
vollkommen, so doch abstract und allgemein formulirt. Ganz
anders verhält es sich dagegen mit den Römern, deren allgo-
meinwissenscliaftliche Ungeschicklichkeit und Unfruchtbarkeit
eine anerkannte Thatsache der Geschichte ist. Man hat ihre
Landbauschriftsteller aus den verschiedenen Jahrhunderten her
beigezogen, um Spuren nationalökonomischer Theorie nachzu
weisen. Indessen wird die Bemerkung genügen, dass derartige