Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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volles  Nebenprodukt  erkannte,  das  durch  einfaches  Mahlen
in  ein  gesuchtes  Düngemittel  übergeführt  werden  kann.
Man  war  in  Deutschland  imstande,  das  Thomasflußeisen
wesentlich  billiger  herzustellen  als  in  England  das  Bessemerflußeisen ­
  und  nicht  nur  den  deutschen  Markt  unabhängig
von  englischem  Material  zu  machen,  sondern  auch  ganz
beträchtliche  Mengen  Flußeisen  auszuführen  und  dadurch
die  Erzeugung  derart  zu  vergrößern,  daß  Deutschland  im
Jahre  1893  an  die  zweite  Stelle  der  Flußeisen  erzeugenden
Länder  unter  Ueberflügelung  von  England  trat  und  diesen
Platz  bis  heute  behauptet  hat.
Neben  dem  Bessemer-  und  Thomasprozeß  hat  sich
ein  anderes  wichtiges  Verfahren  zur  Darstellung  von  Flußeisen ­
  ausgebildet,  bei  welchem  die  Darstellung  auf  dem
Herde  eines  Flammofens  erfolgt,  nämlich  das  Siemens-Martin-
  oder  Herdfrischverfahren.  Die  ersten  Versuche,
Flußeisen  bezw.  Flußstahl  durch  Zusammschmelzen  von
Roheisen  und  wenig  Kohlenstoff  enthaltendem  Schmiedeeisen ­
  im  Flammofen  zu  erzeugen,  wurden  schon  in  der
ersten  Hälfte  des  19.  Jahrhunderts  ausgeführt.  Diese  Versuche ­
  hatten  aber  erst  ein  befriedigendes  Ergebnis  als
Friedrich  und  Wilhelm  Siemens  mit  ihrer  neuen  Ofenkonstruktion ­
  durch  Einführung  der  Gasfeuerung  und  Wiedergewinnung ­
  der  Abgashitze  in  Wärmespeichern  es  möglich
gemacht  hatten,  im  Flammofen  eine  erheblich  höhere
Temperatur  als  zuvor  zu  erreichen.  Als  dann  im  Jahre
1865  Emil  und  Pierre  Martin  sich  entschlossen,  diese  neue
Feuerungsart  bei  ihren  Versuchen  in  Sireuil  zur  Anwendung ­
  zu  bringen,  hatten  sie  einen  wirklichen  Erfolg  zu
verzeichnen.
Den  Herd  des  Martinofens  kann  man  —  in  derselben
Weise  wie  die  Birne  beim  Windfrischverfahren  —  mit
saurer  Masse  oder  auch  mit  einer  basischen  Masse  auskleiden. ­
  Wegen  der  Möglichkeit,  auf  dem  basischen  Herde
            
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