Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Die  historische  Methode.

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schon  im  Frieden  für  Heer  und  Marine  ausgegeben  werden,  gehen
natürlich  der  Volkswirtschaft  nicht  verloren;  in  Gestalt  von  Gehältern ­
  der  Gffizere  und  Beamten,  Besoldung  und  Verpflegung
der  Truppen,  Beschaffung  von  Kriegsmaterialien  aller  Art  treten
sie  wieder  in  den  volkswirtschaftlichen  Kreislauf  ein.  Selbstverständlich ­
  wird  durch  diese  Konzentration  einer  bestimmten  Bachfrage ­
  ein  weitgehender  Einfluß  auf  die  Gestaltung  der  Wirtschaft
ausgeübt;  es  ist  bekannt,  wie  einzelne  Zweige  der  Eisenindustrie
(durch  die  Herstellung  von  Kanonen,  Gewehren,  Panzerplatten),
des  Schiffsbaues,  der  Bekleidungsgewerbe  durch  die  Bestellung
der  Militärverwaltung  gefördert  und  in  bestimmte  Richtungen
gelenkt  werden.  Aber  auch  daß  eine  überaus'  große  Anzahl  von
Männern  im  kräftigsten  Lebensalter  der  wirtschaftlichen  produktiven ­
  Arbeit  entzogen,  zu  reinen  Konsumenten  gemacht  werden,
ist  eine  unmittelbar  in  die  Augen  springende  Tatsache.  Damit
sind  aber  die  wirtschaftlichen  Einwirkungen  des  Krieges  im  Frieden ­
  bei  weitem  noch  nicht.erschöpft.  Ls  fei  nur  an  die  Beschaffung ­
  des  Geldes  für  diese  Zwecke  erinnert;  an  die  Steuern,  Zölle,
Abgaben,  Staatsschulden,  die  diesem  Zwecke  dienen.
Übt  die  furchtbar  drohende  Gefahr  eines  Krieges  einen  wirtschaftlich ­
  wirkenden  Zwang  der  Gegenwehr  aus,  der  mit  den
Mitteln  der  staatlichen  Hoheit  ausgeübt  wird,  so  können  nicht
minder  rein  psychologische  Stimmungen  zu  wirtschaftlichen  Ergebnissen ­
  größter  Bedeutung  führen.  Es  sei  nur  an  die  Mode
erinnert,  deren  sanften  Zwang  jeder  Mann  und  jede  Frau  ■—
jede  Frau  erst  recht  —  am  Geldbeutel  spürt.  Die  Eitelkeit,  der
Spieltrieb  oder  welches  sonst  ihre  psychologischen  Antriebe  sein
mögen,  wirken  bis.  zu  den  primitivsten  Völkerschaften;  Glasperlen, ­
  bunter  Kattun  und  daneben  natürlich  Alkohol  sind  gewöhnlich ­
  die  ersten  Mittel,  die  Farbigen  in  den  Kreis  unserer
Wirtschaft  hineinzuziehen,  indem  wir  sie  mxmlaffen,  im  Austausch ­
  für  diese  Kostbarkeiten  die  für  uns  wertvollen  Erzeugnisse
ihrer  Heimat  oder  ihre  Arbeitskraft  herzugeben.
Line  Häufung  weiterer  Beispiele  wird  nicht  eciorderlich  sein;
wir  dürfen  als  feststehend  annehmen,  was  jedem  einzelnen  seine
tägliche  Erfahrung  bestätigen  wird,  daß  der  „geschichtliche  "  Mensch
in  seinem  wirtschaftlichen  handeln  durchaus  nicht  immer  von
wirtschaftlichen  Antrieben  geleitet  wird,  wir  wallen  aber  wissen,
wie  tatsächlich  die  Vorgänge  der  Wirtschaft  um  uns  herum  zustande ­
  kommen,  ebenso  wie  der  Lhemiker  sich  nicht  damit  be-
            
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