Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die  Unternehmung.

erlangt  haben,  geht  von  ganz  anderen  Voraussetzungen  aus  als
die  Verstaatlichung,  wenn  im  bürgerlichen  Staats  yetiriebe  in
die  Verwaltung  des  Staates  oder  der  Gemeinden  übergingen,
konnten  die  Gründe  dafür  verschiedene  sein;  die  beiden  einander
ergänzenden  tzauptgesichtspunkte  waren  wohl  der  Ronsumentenschutz
  einerseits  und  die  Finanznot  der  öffentlichen  Körper«
schäften  anderseits.  Der  Sozialismus  dagegen  nimmt  seinen
Ausgang  von  dem  Gesichtspunkt  der  Verteilung  des  Volkseinkommens; ­
  er  sieht  in  dem  Privateigentum  an  den  Produktionsmitteln ­
  das  Werkzeug  zur  Ausbeutung  der  Arbeiterschaft.
Voraussetzung  für  die  „vergesellschafüang"  ist  natürlich  die
Überlegenheit  des  Großbetriebs  über  den  Kleinbetrieb,  wie  sie
von  Karl  Marx  mit  stärkstem  Nachdruck  behauptet  wird;  die
eigentliche  Triebkraft  der  Newegung  liegt  aber  nicht  in  solchen
technischen  Erwägungen,  die  niemals  imstande  gewesen  wären,
die  Massen  hinzureißen  So  ist  es  zu  erklären,  daß  innerhalb  des
Sozialismus  keineswegs  Einigkeit  über  die  Form  einer  Neuorganisation ­
  der  Wirtschaft  herrscht,  da  diese  Neuorganisation
eben  nur  Mittel  zum  Zweck,  nämlich  der  Linkommensausgleichung,
  ist.  In  dem  gärenden  Ehaos  unserer  Tage  tauchen'
denn  auch,  mit  dem  Anspruch,  den  wahren  Sozialismus  zu  verkörpern, ­
  Vorschläge  der  verschiedensten  Art  und  Tragweite  aus.
von  der  „Vollsozialisierung"  nach  dem  vorbilde  Sowjet-Rußlands ­
  über  die  „Planwirtschaft"  und  das  Staatsmonopol  bis  zur
gemischt-wirtschaftlichen  Gesellschaft  und  zur  Produktivgenossenschaft ­
  verdrängt  ein  Vorschlag  den  anderen,  alle  mit  gleicher
Heftigkeit  empfohlen  wie  bestritten.
Zweifellos  stehen  wir  vor  einer  Weltenwende.  Der  „Kapitalismus" ­
  alten  Schlages  ist  dahin  —  was  nicht  etwa  heißen  soll,
daß  Ausbeutung  und  Profit  dahin  sind;  haben  sich  diese  doch  als
Schiebertum  und  ähnliche  widerliche  Erscheinungen  erstaunlich
lebenskräftig  gezeigt,  wenn  hier  von  einem  Ende  des  alten  Kapitalismus ­
  gesprochen  wird,  ist  dies  nur  so  gemeint,  daß  jede
2lrt  von  „Herrentum"  gegenüber  den  2lrbeitermassen  keinen
Roden  mehr  findet.  Die  große  Ausgabe  der  nächsten
Zukunft  scheint  darin  zu  liegen,  den  empordrängenden ­
  Schichten  der  Arbeiterschaft  Raum
für  Retatigung  nicht  nur  der  Hände,  sondern
auch  der  Seeleund  des  Willens  zu  schaffen,  und
dabei  doch  alle  diejenigen  unentbehrlichen
            
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