Object : Die Volkswirthschaftslehre

108

Buch  2.  Kap.  I.  Produktionsmittel.

Geistige  Befähigung,  welche  sich  im  Verlaufe  der  Kultur
entwickeluug  verallgemeinert  und  zunehmend  Mehreren  zutheil  wird,
beeinflußt  die  Leistungsfähigkeit  der  Arbeitenden,  iveil  es  eben
tanni  irgend  eine  Arbeit  giebt,  die  nicht  durch  findige  Gewecktheit,
Helles  Denkvermögen,  gesundes  Urtheil,  und  beziehentlich  durch
eiir  gewisses  Mas;  von  Kenntnissen  gefördert  werden  könnte.
Selbstverständlich  ist  aber  freilich  der'  zu  tüchtigen  Leistungen
erforderliche  Grad  dieser  Befähigung  ein  äußerst  ungleicher.
Ebenso  bessert  sich,  ungeachtet  theil  und  zeitwciser  Rückschritte,
iin  Allgemeinen  die  sittliche  Bildung,  mit  welcher  und  infolge  der
durch  sie  bedingten  Selbstbeherrschung  die  Zuverlässigkeit  und
Rechtlichkeit  bei  der  Arbeitsausführung  zunimmt.
Die  individuellen  Anlagen  hingegen  machen  den  -Menschen
nicht  nur  mehr  oder  weniger  zur  Arbeit  überhaupt,  sondern  insbesondere ­
  auch  zu  bestimmten  Arten  derselben  ungleich  geschickt.
Jene  vermögen  sich  jedoch  erst  dann  recht  zu  bethätigen,  wenn  sie
bei  der  Berufswahl  entsprechend  berücksichtigt  werden,  diese  in
vorgeschrittenerer  Zeit  freier  geworden,  weniger  an  die  Kaste
gebunden  und  durch  Standesvorurtheile  rc.  beengt  ist.
Die  Bevölkerung  selbst  wird  beträchtlicher,  womit  sich  die
Menge  der  vorhandenen  Arbeitskräfte  und  auch  die  Größe
ihrer  Leistungell  deshalb  vermehrt,  weil  die  Einzelnen  sich
ttun  beim  Arbeiten  imi  so  eher  gegenseitig  zu  helfen  und  zu
ergänzen  vermögen.
Jeder  kann  im  Zusammenwirken  mit  Anderen,  welches  tun
st  leichter  zustandekommt,  je  weniger  die  Menschen  räumlich  von
einander  getrennt  sind,  meist  mehr  leisten  als  vereinzelt.
Außerdem  gestaltet  sich  die  Zusammensetzung  der  Gesammtbevüllerung
  günstiger,  indem  innerhalb  derselbe,;  die
verhältnismäßige  Anzahl  der  nürthschaftlich  Arbeitenden  i;nd
der  Arbeitsfähigeren  zunimmt,  welche  letztere  einerseits  von
dem  gegenseitigen  Zahlenverhaltniß  der  Geschlechter,  und
andererseits  bon  denijenigen  der  verschiedenen  Altersklassen
abhängig  ist.
Die  wirthschaftlich  Arbeitenden  bilden  weiterhin  einen  großer
werdenden  Bruchtheil  der  Bevölkerung,  weil  die  Menge  der  ohne
gleichzeitige  Gegenleistung  vom  Bolksvcrmögen  Zehrenden  sich
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.