Bahnverbindungen
zrößeren Linien durchzogen sind, die vielfach an ihren Enden auf andere Spurweiten
stoßen. In den meisten Ländern gibt es nur vereinzelte Bahnen (vorwiegend
Stichbahnen von den Hafenplätzen aus).
Unter allen asiatischen Linien kommt keine an Weltverkehrsbedeutung der
zroßen sibirischen Bahn gleich, die von Moskau aus über Wjatka—Perm—Jekaterinburg,
Omsk und Irkutsk nach Wladiwostok führt, aber nahe ihrem Ostende
Abzweigungen nach dem Amurgebiet und in die Mandschurei hinein besitzt. An
‚etztere schließt sich seit 1912 die koreanische Hauptbahn Mukden—Söul— Fusan
an, die eine rasche Verbindung mit Japan ermöglicht,
Die sibirische Bahn hat nicht nur für Personenverkehr und für militärische
Zwecke große Bedeutung, sondern auch für den Frachtverkehr — wenigstens 8oweit
es sich um sibirische Ein- und Ausfuhrgüter handelt, während die Bahn
ür internationalen Frachtverkehr gesperrt ist.
In China selbst ist Peking von der südlichen Mandschurei und von Tientsin
zus mit der Bahn erreichbar, während die 1910 bis Kalgan geführte Bahn später
nach Kjachta und zur sibirischen Bahn verlängert werden soll. Abgesehen von
kleineren Bahnlinien sind als hervorragend wichtig zu nennen die Linien Peking—
Yankau— Yünan, Peking—Shanghai und die einst deutsche Schantungbahn.
Von sehr großer militärischer wie wirtschaftlicher Bedeutung waren die Bahnbauten
in Russisch-Zentralasien: Von Krassnowodsk, wohin große Dampffähren
ber das Kaspische Meer führen, nach Merw und Samarkand 1509 km mit Ver-Ängerung
nach Taschkent (354 km) sowie Kuschk (313 km) an der afghanischen
Ärenze und später von Orenburg aus direkt nach Taschkent (1852 km). Es wurde
dadurch vor allem auch die wirtschaftliche Erschließung des fruchtbaren, zwischen
5de Landflächen eingeschlossenen Gebiets zwischen den oberen Flußläufen des
3yr Darja, Amu Darja, Panasu und Tschu ermöglicht. Daß die Bahnlücke zwiachen
Kuschk und der nordindischen Grenzstation (Neu Chamon, 650 km) oder
zwischen Samarkand und Peschawar durch Afghanistan hindurch noch nicht ausgefüllt
ist, ist vor allem auf politische Erwägungen auf Grund des Gegensatzes
zwischen Rußland und England zurückzuführen.
In Vorderasien versprach die viel beredete, von der Deutschen Bank zu bauende
Bagdadbahn, die vom Bosporus durch Kleinasien nach Bagdad führen und bis
zum Persischen Golf verlängert werden sollte, eine wichtige Weltverkehrslinie zu
werden, die auch mit dem meist in französischer Hand befindlichen Bahnnetz
3yriens in Verbindung treten sollte. Aber zur Zeit des Ausbruchs des Weltkriegs
waren vom östlichen Teil der Linie erst Teilstrecken vollendet und die
politische Umwälsung wird vermutlich andere Tracen als wichtiger für die nun
in sichere Aussicht zu nehmenden künftigen Bahnverbindungen vom Mittelmeer
der Mesopotamien nach Indien ansehen,
Das indische Eisenbahnnetz ist schon jetzt das bedeutendste von ganz Asien
und trotz erheblicher Weitmaschigkeit und dreierlei Sperrweiten sehr leistungsfähig.
Aber es ist eben noch ohne jeglichen Anschluß an andere Bahnsvsteme,
was als erheblicher Mangel empfunden wird,
Eine Sonderstellung unter allen großen Bahnen der Erde kommt der von der
Türkei erbauten Hedjäzbahn von Damaskus nach Medina (1449 km) zu, denn
wennschon strategische Zwecke in hohem Grade mit dem Bahnbau verwirklicht
werden sollten, auch wirtschaftliche Ziele im Auge behalten waren, wie schon
lie Anschlußlinien ans Meer (Damaskus— Beirut und Der’at—Haifa) und an die
Bagdadbahn andeuten, so war doch ein religiöser Beweggrund (Erleichterung der
‚om Islam vorgeschriebenen Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten in Arabien)
an Hauptansporn für den Bahnbau, der großenteils durch fromme Spenden von
Mohammedanern aus allen Teilen der Welt ermöglicht worden war. Der Anzchluß
der Bahn an den Golf von Akaba wurde 1906 durch englischen Einspruch
ınmöglich gemacht. Der Ausbau bis Mekka und dem Rotmeerhafen Diddae
konnte von der Türkei nicht mehr bewerkstelligt werden.
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