DIE „ZEITSTROPHE“ IN DER REKLAME
Nur das Vorbild der Behörde
Gibt uns Anlaß zur Beschwerde.
Weil doch so etwas nicht recht ist,
Und weil solches Beispiel schlecht ist,
Fängt der wirklich kluge Mann
Mit dem guten Beispiel an.
Dieses Beispiel gibts für jeden
In dem weltbekannten „Eden“.
Dort ißt man für eine Mark sich
Nudeldick und satt und stark sich.
Laßt den Stadtrat Parks erhandeln — —
Wir wolFPn nur ins ‚Eden‘ wandeln.
Auch hier ist eine Erscheinung kritisch behandelt und mit
der Anpreisung des eigenen Lokales geschickt verknüpft
worden, welche die Gemüter sehr heftig erregt und viel böses
Blut gemacht hatte. Es liegt also auch in dieser Zeitstrophe
starke Suggestionswirkung. Da aller guten Dinge drei sein
sollen, sei noch ein drittes Beispiel hierhergesetzt:
Man wird solide und darum
Dreht sechsmal man den Pfennig um,
Man trägt ihn liebevoll zur Bank
Und jeden Kauf bedenkt man lang.
Die Spareinlagen schwellen stündlich
Man kalkuliert und rechnet gründlich:
Und mählich kommt die schöne Zeit
Der alten deutschen Biederkeit.
Man sitzt zu Hause traumverloren,
Die Radiomuschel an den Ohren,
Und lauscht der Mirag buntem Spiel
Für wenig Geld mit viel Gefühl.
Nur Vater ist noch nicht zu Haus.
Der ruht im Eldorado aus.
Der ißt sich im Dorado satt,
Weil er den großen Spartrieb hat,
Denn was er dort fürs Kleingeld kriegt,
Das kann die gute Mutter nicht.
Das Kunststück will ihr nicht gelingen,
[st sie auch klug in allen Dingen.
Drum sagt sie selbst: „Geh, Alter, flink!
Das Eldorado ist ein Ding,
Von dem man preislich sprechen muß,
Und dort zu speisen, ist Genuß.
Es ist Genuß, zugleich Ersparnis!“
So sagt Mama! Sie sagt, was wahr is.
Der Vater hörts. Erfaßt den Sinn
Und eilt zum „Eldorado“ hin.