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und Institutionen, so können wir nicht annehmen, daß List staat-
liche Institutionen als selbständige Güterquellen bezeichnen wollte.
Nach unserer Meinung wollte List damit sagen, daß die Produk-
tivität einer Nation nicht nur durch staatliche. Zustände gefördert
ınd behindert werden kann, sondern geradezu bedingt wird.
Die dritte Problemgruppe bringt eine Gesamtkritik der List-
schen Theorie. Von den Gedankengängen Dührings beeinflußt
tadelt Eheberg vor allem, daß List bei seiner außerordentlich in-
tensiven Betonung der produktiven Kräfte die wirtschaftliche
Notwendigkeit der Wertrechnung vergessen habe, und daß sie
nirgends nach ihrer Wichtigkeit erkannt sei‘): „Wie der wirt-
schaftliche Erfolg einer Privatwirtschaftgaur nach dem Ueberschuß
an Werten berechnet werden könne (Geldrentabilität) so müsse
auch der volkswirtschaftliche Erfolg ganzer Völker durch eine Sum-
mierung der vorhandenen Werte an Geld ausgedrückt werden,“ List
aber habe eine Vermittelung des Wertbegriffes einfach zurück-
gewiesen. Er habe nur eine Theorie der produktiven Kräfte,
keine der Werte gelten lassen. .
Zu diesen Ausführungen Ehebergs läßt sich bemerken: Wir
haben an früherer Stelle darauf hingewiesen, daß wir in der
Listschen Theorie eine dynamische Produktionstheorie erblicken,
im Gegensatz zu der statischen Theorie der Klassiker, die sich
mit den Problemen von Tausch, Wert und Einkommensverteilung
beschäftigen. Das Listsche Grundproblem*) trifft nach unserer
Meinung den Zusammenhang zwischen der Organisation einer sich
stets entwickelnden Wirtschaftsgesellschaft und ihrer Produktivität.
Von diesem Problem ausgehend führt List aus, daß das Maß des
produktiven Erfolges unabhängig sei ‚von den zuf Erzielung des
Erfolges geopferten Werten. Denn”) die Berechnung der Werte
als Maßstab des produktiven Erfolges sei erfolgt durch Abstra-
‚hierung von allen gesellschaftlichen Varianten durch Festsetzung
des Augenblicks zum Ausgangspunkt-und Horizont des Wertmaß-
stabes. Wenn Eheberg nun als Argument gegen List anführt, daß
List bei seiner Polemik gegen die Tauschwerttheorie übersehen
habe, daß der wirtschaftliche Erfolg einer Nation, oder wie List
öfters sagt, die Prosperität einer Nation, auch gemessen werden
müsse in Werten, so müssen wir darauf erwidern, daß Lists Be-
strebungen darauf gerichtet waren, zu zeigen, daß die Wirkung
(Erfolg) der produktiven Kraft nicht ausschließlich bedingt werde
von den zu ihrer Hervorbringung gemachten Aufwendungen ”)
Ehebergs Argument, List habe übersehen, daß auch produk-
tive Kräfte gemessen: werden müssen, ist kein Beweis für die
Unrichtigkeit der Listschen Anschauungen; denn Lists Polemik
richtet sich nicht gegen den Wertmaßstab des Ergebnisses der
produktiven Kraft, nämlich den produktiven Erfolg, sondern da-
gegen, daß die Höhe der Produktivität (die Summe der pro-
Eheberg, Kritische Einleitung. S. 175.
List, Nationales System 5. 227, 234.
Dühring, Gesch. d. Nat.-Oek. S. 365.
‘\ List. Nat. S. 234. 235, 227.