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Dühring *) nennt die Listsche Methode, wie auch die Careysche
Methode der Nationalökonomie eine synthetische zum Unterschied
zu der analytischen Methode von Hume-Smith. Wir haben diese
gegensätzlichen Methoden mit Statik und Dynamik bezeichnet.
Bezeichnungen, die der heutigen wissenschaftlichen Literatur ge-
bräuchlicher sind. Die Bedeutung dieser beiden Ausdrucksweisen
deckt sich im wesentlichen. Dühring‘) sagt von der Hume-Smithschen
Methode, daß sie von den kreuzenden Einflüssen der speziellen
Gesetzgebung absähe und, wenn auch stillschweigend, sich eine
auf der Grundlage des Ablohnungssystems im freien Verkehr be-
findliche universelle Wirtschaftsgesellschaft denke. Von der List-
Careyschen sagt er, daß sie°) versuche, unmittelbar aus dem Ver-
wickelten und Vollen der Erscheinungen die Naturgesetze der
Völkerökonomie abzuleiten. Was wir zur Erklärung der Begriffe
Dynamik und Statik sagten, stimmt im wesentlichen mit Dührings
Ausführungen über die analytische und synthetische Methode
überein. Dühring nimmt eine besondere Stellung zu diesen beiden
Forschungsmethoden der Nationalökonomie ein, An der List-
Careyschen Methode hebt er hervor *), .daß sie die unmittelbaren Zu-
sammenhänge der wirtschaftlichen Tatsachen verknüpfe und
lebendig kennzeichne5). „Aber die letzte Form der Wissenschaft
ist diese Auffassung nicht. Es fehlt ihr die mit dem Erheblichen
rechnende und denkende Logik, die nur mit wenig kritisch ge-
wählten Tatsachen rechnende Verfahrungsart.“ Die List-Careysche
Verfahrungsart nennt er im Gegensatz zu dieser Schule einen
induktiven Forschungszweig. „Denn *) von einer induktiven Wissen-
schaft als von etwas wesentlich Fertigem kann man in Rücksicht
auf kritische: Tatsachen eigentlich kaum reden.“ Die Hume-
Smithsche Methode sei immer noch die: maßgebende und müsse
nur noch radikaler gestaltet werden. Sein Schlußurteil bringt
Dühring in einem Vergleich, den er der Physik entnommen hat.
„In ”) einer ähnlichen Weise, wie Kepler die elliptischen Bahnen
äußerlich konstatierte, kann auch die Induktion der Anschauung
eine Anzahl von Typen der Zustände und Vorgänge kennzeichnen
und in diesem Sinne auch wirklich Gesetze auffinden. Dagegen
verbietet sich jedes strenge Raisonnement über die innere Logik
der Vorgänge und über die partiellen Triebkräfte der Gestaltungen,
sobald man nicht ähnlich wie in der rationellen Mechanik die
einfachen prinzipiellen Tatsachen als Axiome aussondert und mit
ihnen in ableitenden Schlüssen operiert.“
Dühring ist einer der ersten, der den entscheidenden Unter-
schied zwischen analytischer und induktiver Methode erkannt
hat. Die Trennung ist keine so prägnante wie wir sie bei den-
” Gesch. d. Nat.-Oek. S, 428 Abs. 2.
Dühring, Krit. Grundlegung S. 429.
Dühring, Gesch. d. Nat.-Oek. S. 426
Dühring, Geschichte d. Nat.-Oek. S 426
2» nn 8.429
» » » „ SS 427
Dühring, Gesch. S. 429.
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