Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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haben  würde,  daß  aber  die  durch!  Nicht-Beantwortung  mutmaßlich ­
  eingetretene  Verschiebung  durchaus  nicht  groß  genug  ist,
um  die  repräsentative  Bedeutung  unserer  Erhebung  ernstlich
zu  beeinträchtigen.  Ueber  Vorhandensein  und  Maß  dieser  repräsentativen ­
  Bedeutung  selbst  ist  aber  damit  noch  nichts  ausgesagt ­
  und  kann  in  diesem  Abschnitt  auch  noch  nichts  ausgesagt ­
  werden,  wenn  anders  nicht  die  Einleitung  den  ganzen  Inhalt
der  Erhebung  vollends  aufsaugen  soll.

2.  Der  Mietausfall.
Mit  der  Feststellung  der  Mietverhältnisse  in  den  untersuchten ­
  Wohngrundstücken  und  ihrer  Beeinflussung  durch  den  Krieg
beschäftigt  sich  die  Innenseite  unseres  Fragebogens.  Das  Ergebnis ­
  ihrer  —  nicht  ganz  leichten  —  Bearbeitung  ist  in  den
Tabellen  lila  bis  c  und  IV  des  Anhangs  niedergelegt.  Die  Aufbereitung ­
  des  Materials  ist  in  der  Weise  erfolgt,  daß  zunächst  das
Wohngrundstück  als  Einheit  betrachtet  wurde,  was  schon
wegen  der  Bezugnahme  auf  die  hypothekarische  Belastung  notwendig ­
  war,  und  darnach  erst  die  Bearbeitung  für  die  Mietwohnungen ­
  einerseits  und  die  Geschäftslokale  andererseits ­
  als  weitere  Einheiten  durchgeführt  wurde.  Den  Geschäftslokalen ­
  wurden  dabei,  um  das  Material  nicht  allzusehr  zu  zersplittern, ­
  a  fortiori  die  mit  Geschäftsräumen  verbundenen  Wohnungen ­
  hinzugerechnet,  soweit  keine  Trennung  des  Mietpreises
möglich  war.  Wir  wollen  diese  Wohnungen  von  nun  ab  der  Einfachheit ­
  halber  Geschäftswohnungen  heißen.
Als  der  plötzliche  Stoß  der  Mobilmachung  unseren  Wirtschaftskörper ­
  schwer  erschütterte  und  das  ruhige  Denken  verwirrte, ­
  da  glaubte  man  bekanntlich  in  weiten  Kreisen,  alle
Verträge  aus  der  Friedenszeit  müßten  aus;  dem  Leim  gehen,
namentlich  aber  die  Mietzahlung  könne  kriegüber  ausgesetzt
werden.  Schon  acht  Tage  später  warj  diesem  Köhlerglauben
freilich  der  Halt  genommen,  dafür  aber  ein  neues  Recht  zugunsten ­
  eines  großen  Teils  der  Mieterwelt  geschaffen,  mit  dem
sich  die  beteiligten  Parteien  unter  Mitwirkung  anderer  Instanzen ­
  in  der  —  soweit  diei  Mietzahlung  in  Frage  kommt  —
eingangs  erwähnten  Weise  abzufinden  hatten.
Von  den  2481  reinen  Mietwohnungen,  auf  die  sich  unsere
Erhebung  erstreckt,  sind  nicht  weniger  als  295  oder  11,9  o/ 0
gleich  im  ersten  Kriegsmonat  durch  Nichtbezahlung'  oder
Nich  t-Vo  llzahlung*)  der  ordentlichen  Miete  notleidend
  geworden,  von  den  300  Geschäftslokalen  und  Geschäftswohnungen ­
  deren  42  oder  14o/ 0 .  Sehen  wir  zu,  wie  sich  der  Stoß
*)  Wir  werden  von  nun  ab  im  Text  ebenso  wie  in  den  Tabellen  unter
Nicht-Vollzahlung  der  Miete  sowohl  die  Fälle  teilweiser  als  gänzlicher  Nichtbezahlung ­
  der  Miete  verstehen.
            
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