Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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die  zunächst  verzettelte  freiwillige  Kriegshilfe  anfangs  September ­
  in  eine  kommunaloide  Form  zusammengeschweißt  wurde,
erhielt  die  neue  Einrichtung  u.  a.  die  Weisung  „namentlich  auch
in  das  Verhältnis  zwischen  Vermietern  und  Mietern  ausgleichend
einzugreifen“.  Das  geschah  denn  auch  nach  dem  allerorts  sich
einbürgernden  Grundsatz:  Laß  einen  angemessenen  Teil  der
Miete  nach,  so  verbürge  ich  Dir  den  Eingang  des  Rests!  Da
die  Gaben  für  die  neu  geschaffene  Hilfszentrale  reichlich
flössen,  so  konnte  diese  eine  ausgiebige  Tätigkeit  zugunsten
einer  geregelten  Fortzahlung  des  Hauszinses  entfalten.  Würde
dieser  nach  Abzug  von  Unterhaltungskosten,  Risikoprämien  und
öffentlichen  Lasten  eine  Reineinnahme  des  Hausbesitzers  darstellen, ­
  wären  —  anders  ausgedrückt  —  die  Hausgrundstücke
lastenfrei  oder  doch  nur  mäßig  belastet,  so  könnte  jener  mit
einer  Regelung,  die  ihm  sagen  wir  drei  Viertteile  seiner  ordentlichen ­
  Einkünfte  gewährleistet,  sich  natürlich  durchaus  zufrieden ­
  geben.  Sein  Opfer  wäre  dann  wohl  kaum  größer,  als
der  Rückgang  des  Volkseinkommens  durch  den  Krieg  im  ganzen.
So  liegen  aber  die  Dinge  bekanntlich  nicht,  vielmehr  —  —.
Doch  statt  tausendmal  Gesagtes  noch  einmal  auszusprechen,
greifen  wir  lieber  aus  den  Ergebnissen  der  vorliegenden  Erhebung ­
  folgende  Uebersicht  heraus:
Von  den,  436  untersuchten  Grundstücken  waren  mit  einer  hypothekarischen
Zinsenlast  von  .  .  .  °/o  der  jährlichen  ordentlichen  Mieteinnahme  belastet:
0  0,1-10  10,1-20  20,1-30  30,1-40  40,1-50  50,1-60  60,1-70  70,1-80  80,1-90  über,90
absolut  33  —  4  22  61  83  93  81  36  16  7
relativ  °/ 0  7,6  —  0,9  5,0  14,0  19,0  21,3  18,6  8,3  3,7  1,6
Unter  den  unbelasteten  Grundstücken  steckt  überdies  die
Mehrzahl  der  i,n  die  Erhebung  einbezogenen  Einfamilienhäuser,
sodaß  die  Prozentzahlen  für  die  eigentlichen  Miethäuser  sich
noch  ein  wenig  nach  rechts  verschieben.  Das  also  ist  der  Schuldendienst; ­
  schlägt  man  dann  Steuern,  Umlagen,  Versicherung,
Unterhaltungskosten  im  weitesten  Sinn  usf.  hinzu,  so  erhellt
deutlich,  welch  bedenkliches  Gesicht  in  Wirklichkeit  das  Opfer
eines  Viertteils  seiner  Mieteinnahme  für  den  Hauseigentümer
in  der  Mehrzahl  der  Fälle  annimmt.
Die  drohende  Gefährdung  des  geregelten  Schuldendienstes,
eine  bei  der  tausendfachen  Verästelung  des  städtischen  Realkredits ­
  im  Wirtschaftsleben  höchst  bedenkliche  Aussicht,  gab
denn  auch  den  Anstoß  zu  der  vorliegenden  Untersuchung.  Der
Mietausfall  lediglich  in  seiner  Oberflächenerscheinung
als  Minderung  der  privaten  Einkünfte  des  Hausbesitzers  betrachtet, ­
  hätte  schwerlich  so  bald  das  Verlangen  nach  einer
zahlenmäßigen  Erfassung  der  entstandenen  Verluste  erweckt.
Man  hätte  sich  damit  begnügen  dürfen,  nach  Maßgabe  der  vorhandenen ­
  Mittel  von  Fall  au  Fall  Hilfe  zu  leisten.  In  seiner
Wesenheit  als  wichtigster  Stützpfeiler  der  halben  Milliarde
Pfandlasten  des  hiesigen  Grundbesitzes  gewürdigt,  mußte  er
            
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