Verbindung der Verteilungsgesetze.
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in allen Werken der herrschenden Richtung. Sie zerlegen erst aus
drücklich den Gewinn in Lohn für die Aufsicht, in Ausgleichung für
das Risiko und in Zinsen —' den Nettoertrag für den Gebrauch des
Kapitals —> und dann handeln sie von der Verteilung der Güter zwischen
Rente für den Grund und Boden, Lohn für die Arbeit und Gewinn
für das Kapital.
Zch zweifle nicht, daß Tausende von Menschen sich den Kopf über
diese Verwirrung der Ausdrücke zerbrochen und in Verzweiflung auf
die Erklärung verzichtet haben, in der Meinung, daß, da die Schuld
unmöglich an so großen Denkern liegen könne, sie in ihrer eigenen Be
schränktheit liegen müsse, wenn es diesen Leuten zum Trost gereichen
kann, so mögen sie aus Buckles „Geschichte der Zivilisation" ersehen,
wie ein Mann, der gewiß eine sehr klare Vorstellung von dem hatte,
was er las, und der die hauptsächlichsten Nationalökonomen, von Smith
abwärts, sorgfältig gelesen hatte, durch diesen Mischmasch von Gewinn
und Zinsen unabsehbar verwirrt wurde. Denn Buckle spricht (Buch I,
Kap. 2 und Anmerkungen) beständig von der Verteilung des Reichstums
in Grundrente, Lohn, Zins und Gewinn.
Und dies ist nicht zu verwundern. Denn diese Nationalökonomen
Zerlegen erst den Gewinn in Lohn für die Aufsicht, Versicherung und
Zins und sprechen dann bei der Erklärung der Ursachen, die den ge
wöhnlichen Gewinnsatz bestimmen, von Dingen, die offenbar nur den
Teil des Gewinnes betreffen, den sie Zins genannt haben, und wenn
sie dann von Zinsfuß reden, so geben sie entweder nur die bedeutungs
lose Formel von Angebot und Nachfrage oder erwähnen Ursachen,
welche die Ausgleichung für das Risiko betreffen, und brauchen das Wort
augenscheinlich in seinem gewöhnlichen, nicht aber in dem national
ökonomischen Sinne, den sie demselben beigelegt haben, und aus welchem
die Vergütung für Risiko ausgeschieden ist. will der Leser Zohn Stuart
Mills „Grundsätze der Nationalökonomie" zur Hand nehmen und das
Kapitel über den Gewinn (Buch II, Kap. 15) mit dem Kapitel über
den Zins (Buch III, Kap. 23) vergleichen, so wird er bei dem logischsten
Denker unter den englischen Nationalökonomen die so entstehende Ver
wirrung in einer auffallenderen Art und weise exemplifiziert finden,
als ich sie charakterisieren möchte.
Gewiß sind diese Männer nicht ohne Grund einer solchen Ge
dankenverwirrung verfallen, wenn sie einer nach dem anderen Adam
ömith folgten, wie spielende Knaben im Gänsemarsch, hüpfend wo er
hüpfte, springend wo er sprang, und fallend, wo er fiel, so konnte es
freilich nicht fehlen, daß einmal ein Zaun kam, gegen den man hüpfte,,
und ein Loch, wo man hineinfiel.
Die Schwierigkeit, aus der diese Verwirrung entsprungen ist,
Mgt in der vorher aufgestellten Lohntheorie. Aus Gründen, die ich
früher angeführt habe, schien es ihnen eine selbstverständliche Wahrheit,
daß die Löhne gewisser Arbeiterklassen von dem Verhältnis zwischen.