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Einleitung.
den versuchen, den herrschenden Druck zu erklären. Sie zeigen nicht
allein eine Kluft zwischen den gewöhnlichen Begriffen und den wissen
schaftlichen Theorien, sondern beweisen auch, daß die Übereinstimmung,
welche unter den Anhängern der gleichen Theorien hestehen sollte, in
praktischen Fragen vollständig in die Brüche geht, von nationalökono-
rnischen Autoritäten wird uns gesagt, der herrschende Druck sei eine
Folge der Überkonsumtion; andere gleich hohe Autoritäten sagen,
die Überproduktion trage die Schuld; während von anderen namhaften
Schriftstellern die Verwüstungen des Kriegs, die Ausdehnung der
Eisenbahnen, die Arbeiterstreiks, die Entwertung des Silbers, die
Papiergeldwirtschaft, die Vermehrung arbeitersparender Maschinen,
die Erschließung kürzerer bsandelswege usw. als die Ursachen be
zeichnet werden.
Und während so die Professoren sich streiten, gewinnen die An
sichten, daß ein notwendiger Konflikt Zwischen Kapital und Arbeit
bestehe, daß Maschinen ein Übel seien, daß die Konkurrenz beschränkt
und der Zins abgeschafft werden müsse, daß es die Pflicht der Regierung
sei, Kapital herzugeben und Arbeit zu schaffen, immer mehr Boden
unter der großen Menge des Volkes, die ihre unglückliche Lage scharf
genug empfindet und sich des ihr zugefügten Unrechts nur zu gut be
wußt ist. Solche Ansichten, welche große Klassen von Menschen —
die Verleiher der höchsten politischen Gewalt — unter den Einfluß
von Scharlatanen und Demagogen bringen, sind voller Gefahren; aber
sie können nicht erfolgreich bekämpft werden, ehe nicht die National
ökonomie jene große Frage in einer Meise beantwortet, welche mit
allen ihren Lehren übereinstimmt, und bei der großen Menge Ver
ständnis findet.
Es muß der Nationalökonomie möglich sein, eine solche Antwort
zu geben. Denn die Nationalökonomie ist kein Gefüge von Dogmen,
sondern die Erklärung einer bestimmten Reihe von Tatsachen. Sie
ist die Wissenschaft, welche in der Folge bestimmter Erscheinungen die
gegenseitigen Beziehungen nachzuweisen und Ursache und Wirkung
klarzulegen sucht, gerade wie die Naturwissenschaften dies bei anderen
Kategorien von Erscheinungen zu tun suchen. Sie legt ihre Fundamente
auf festen Boden. Die Prämissen, aus welchen sie ihre Schlußfolgerungen
zieht, sind zweifellos Wahrheiten, Grundsätze, die wir alle anerkennen,
auf welche wir ruhig die Räsonnements und Handlungen des täglichen
Lebens gründen, und welche auf den metaphysischen Ausdruck des
physikalischen Gesetzes zurückgeführt werden können, daß die Bewegung
die Linie des geringsten Widerstandes sucht, nämlich: daß der Mensch
seine wünsche mit möglichst geringer Anstrengung zu befriedigen sucht,
von einer so sicheren Grundlage ausgehend, hat ihr Verfahren, das
bloß in Feststellung der Tatsachen und Analyse besteht, den gleichen
Grad von Sicherheit. )n diesem Sinne ist sie eine ebenso exakte Wissen
schaft wie die Geometrie, welche, von ähnlichen Wahrheiten in betreff