Kap. III.
Der Lohn wird nicht dem Kapital entnommen.
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Eiern, Beeren oder Schuhen, die seine Arbeit nrir verschafft, bezahle,
so kann kein Zweifel fein, daß die «Duelle des Lohns die Arbeit ist, für
welche derselbe bezahlt wird. Zu dieser Kategorie gehört die von Sir
Henry Maine in seiner Geschichte der frühesten Gesellschaftseinrich-
tungen mit so großer Klarheit behandelte viehpacht, die so deutlich ein
Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer konstituierte, daß der
jenige, der das Vieh übernahm, der Knecht oder Vasall des Kapitalisten
wurde, der ihn so beschäftigte. Unter ähnlichen Bedingungen arbeitete
auch Jakob für Laban, und bis auf unsere Tage ist es selbst in zivilisierten
Ländern keine seltene Art, Arbeiter zu beschäftigen. Der Ackerbau auf
Anteil, wie er in bedeutender Ausdehnung in den südlichen Staaten
der Union und in Kalifornien vorkommt, das „Halbpachtsystem" in
Europa, so wie die vielen Fälle, in welchen Aufseher, Kommis re. durch
einen Prozentsatz des Geschäftsgewinnes bezahlt werden, was sind
sie anders, als die Beschäftigung von Arbeitern gegen einen Lohn,
der einen Teil des Arbeitsertrages ausmacht?
Die nächste Staffel in dem Fortgange von Einfachheit zur Kompli
ziertheit ist der Fall, wo der Lohn, obgleich in natura veranschlagt, in
etwas anderem von gleichem wert gezahlt wird. So herrscht z. B.
auf den amerikanischen Walfischfängern der Gebrauch, nicht feste Löhne,
sondern eine ,,lay“ oder einen gewissen Anteil am Fange zu zahlen,
der von einem Sechzehntel oder Zwölftel für den Kapitän bis zu
einem Dreihundertstel für den Kajütenjungen variiert. Langt also ein
solcher Walfischfänger nach einer erfolgreichen Zagd in New-Bedford
oder San Franziska an, so enthält sein Schiffsraum die Löhne der
Mannschaft, sowie den Verdienst der Eigentümer und eine Entschädi
gung für alle während der Reise gebrauchten Vorräte, für Abnutzung rc.
Kann etwas klarer sein, als daß diese Löhne — dieser Tran und dies
Fischbein, welche die Mannschaft gewonnen hat — nicht vom Kapital
bezogen, sondern tatsächlich ein Teil des Arbeitsertrages sind? Auch
wird diese Tatsache nicht im entferntesten verändert oder verdunkelt,
wenn zur Bequemlichkeit der wert der verschiedenen Anteile zum
Marktpreise abgeschätzt und in bar gezahlt wird, anstatt daß unter
der Mannschaft die Anteile von Tran und Fischbein verteilt werden.
Das Geld ist nur das Äquivalent des wirklichen Lohns, des Trans
und Fischbeins. Keineswegs findet bei dieser Zahlung irgendein
Kapitalvorschuß statt. Die Verpflichtung, Lohn zu zahlen, erwächst
nicht eher, als bis der wert, von dem er bezahlt werden soll, in den
Hafen gebracht ist. Zn demselben Augenblick, wo der Schiffseigner
von seinem Kapital Geld nimmt, um die Mannschaft zu bezahlen, fügt
er seinem Kapital Tran und Fischbein hinzu.
So weit kann also kein Streit sein. Gehen wir nun noch einen
schritt weiter, um zu der gewöhnlichen Art und weise, Arbeiter zu
beschäftigen und Lohn zu zahlen, zu gelangen.
Die Farallone-Znseln unweit der Bai von San Franziska sind