Full text: Wirtschaft als Leben

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,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
dem man nämlich ihre Inhalte aufeinander bezog, ergaben sie in ihrer 
Verflechtung den Sonderbegriff des „zwei Meilen nordöstlich von 
Dingskirchen gelegenen Berges“, unseres X-Berges. Zugleich fiel darüber 
dem Konkretum ein bestimmter Charakter zu: seine absolute Unwieder 
holbarkeit, im Sinne seiner Eigenlage. Hier lag die Möglichkeit, 
die beiden Lagebestimmungen aufeinander zu beziehen, klar und aE 
eine denkbar einfache zutage. Wie in jedem Koordinatensystem je 
eine Abszisse und eine Ordinate den einzelnen Punkt außer Zweifel 
stellen, so auch hier. Ob nun Struktur und Konstellation 
in verwandter Weise aufeinander beziehbar sind, wird 
jetzt zu erörtern sein. Wären sie es tatsächlich, dann hätten 
wir für die Synthese von Eigenart und Eigenlage, also für den 
logischen Ausbau des Sonderbegriffes, eine einfache Formel 
gefunden: Jene Synthese verwirklicht sich, indem man Struktur 
und Konstellation aufeinander bezieht! 
Während zwischen den Urteilen über die Artung und jenen über 
die Lage jeglicher Rapport mangelte, abgesehen von ihrer Bezugnahme 
auf das nämliche Konkretum, während also diese Urteile gleichsam 
inkommensurabel füreinander sind, lebt in den Urteilen über Ge 
füge und Stellung einhellig die idiographische Tendenz: insgesamt 
trachten sie das Einzelne aus dem Gesichtspunkte 
seiner Einordnung in den Allzusammenhang zu be- 
sondern. Im Prinzip sind daher jene Urteile miteinander ver 
knüpfbar; denn auf ihre gemeinsame Absicht hin erweisen sie jeden 
falls Bezug aufeinander. Allein, so unverkennbar ihre Verwandtschaft 
ist, der Verknüpfung dieser Urteile steht dennoch etwas 
im Wege! Es ist dies wichtig genug, um eingehender davon zu 
sprechen. 
Wie ihr Vergleich lehrt, greifen die Urteile über das Gefüge 
ganz anders in das anschaulich Gegebene ein als die Urteile über die 
Stellung. Die ersteren machen uns das Konkretum als Einheit ver 
ständlich, wie es schon früher angedeutet wurde. Die Urteile über die 
Stellung hingegen drohen uns vorerst in das Wirrsal der allseitigen 
Verhältnisse zu verwickeln. Dem sind wir in unserem Beispiele zwar 
entgangen. Es klingt ganz verständlich, den Berg zum Plateau, zum 
Höhenzuge A und über diesen hinweg zum Y-Gebirge ins Verhältnis 
zu setzen. Erstens aber ist damit die Konstellationsbestimmung noch 
nicht weit genug gediehen, um im eigentlichen Sinne zugleich die Eigen- 
läge des Konkretums klarzustellen. Wie es später noch erörtert wird, 
müßten wir das Y-Gebirge erst noch etwa einem Gebirgssyteme S, 
dieses einem Kontinente P einordnen können, ehe unser Berg in dieser
	        
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