4, Die Prognose des Konjunkturwandels.
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nur aus den oben bereits dargelegten Gründen geschehen, daß im
Zusammenhang mit der Entwicklung der Preise während der De
pression in einem Lande starke Kräfte am Werke sind, die Ausfuhr
zu fördern, auch ganz unabhängig davon kann das gleiche eintreten.
Denn es ist im allgemeinen mit einer Tendenz im Welthandel zur
Gewinnung neuer und zur Erweiterung alter Absatzmärkte zu rech
nen. Von anderen Gründen abgesehen, auf welche hier einzugehen zu
weit führen würde, wird schon deshalb eine solche Tendenz vor
handen sein, weil ja auch in dieser Zeit überall mit einer Volks-
zunahme zu rechnen ist. Die folgende Tabelle gibt ein Bild von
dieser Entwicklung des Gesamtaußenhandels.
Es betrug der Gesamtaußenhandel der wichtigeren Länder der Erde
(Werte: Summen der Ein- und Ausfuhr in Millionen Mark).
Jahr
Jahr
Jahr
1899
86 991
1904
105 833
1909
132 515
1900
91 808
1905
113 982
1910
146 853
1901
92 957
1906
125.354
1911
154 335
1902
96 645
1907
133 944
1912
169 127
1903
102 761
1908
124345
Bei der Wirtschaftskrise um das Jahr 1900 kann man die eben
geschilderte Tendenz deutlich beobachten, während sie bei dem Kon
junkturrückgang des Jahres 1907 nicht in die Erscheinung getreten
ist. Es liegt auf der Hand, daß es für diesen Zusammenhang ent
scheidend ist, ob diese rückläufige Konjunktur einen internationalen
Charakter trägt oder nicht. Man sieht, daß in den ersten Jahren
nach 1900 mit dem Ausbruch der Krise und dem Einsetzen der De
pression, der Gesamtbetrag des Außenhandels zunächst stagniert, daß
aber dann noch während der Dauer der Depression eine ganz er
hebliche Steigerung eintrat. Als Depressionsjahre sind dabei die
jenigen für Deutschland gewählt, wobei jedoch ausdrücklich zu
bemerken ist, daß diese Konjunkturbewegung damals international
keine gleichmäßige gewesen war.
Auch bei der Warenausfuhr aus einzelnen Ländern kann man
in manchen Jahren die gleiche Beobachtung machen. So betrug die
deutsche Ausfuhr an Fabrikaten in dem Jahre 1899, dem letzten Jahre
der Hochkonjunktur, dem Werte nach 2605 Millionen Mark, dagegen
in den beiden darauffolgenden Jahren ini der Zeit der ausgespro
chensten Depression im Durchschnitt 2945 Millionen Mark, um dann
in dem Jahre 1903 auf 3423 Millionen Mark zu steigen. Anders lagen
die Verhältnisse bei dem Konjunkturrückgänge im Jahre 1907. Hier