Object : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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schärfte  er  ihm  besonders  ein.  Da  er  (der  Vater)  mit  vielen
Leuten,  hauptsächlich  auch  mit  Maximilian,  viel  und  mancherlei
gehandelt  und  solches  in  seine  Bücher  geschrieben,  auch  darüber
allerlei  Quittungen  und  Rechnungen  aufgerichtet  habe,  so  solle
der  Sohn,  der  jetzt  das  Geschäft  in  allen  Teilen  übernehme,
niemand  in  diese  Bücher  Einsicht  gestatten 1 ).
Wie  im  Reich,  so  trat  jetzt  auch  —  wenn  man  Kleines
mit  Grossem  vergleichen  darf  —  in  der  Firma  Paumgartner
ein  neuer  Herr  an  die  Spitze.  Mit  der  Regierung  Karls  V.  bzw.
seines  Bruders  Ferdinand  beginnt  eine  noch  stärkere  Heranziehung ­
  der  Paumgartner  zu  Anleihen.  Die  mehr  und  mehr
wachsenden  Aufgaben  in  allen  Teilen  des  weitausgedehnten  Reichs
stellten  auch  an  die  Finanzkräfte  der  Herrscher  immer  höhere
Forderungen 2 ).  Bei  der  noch  wenig  durchgebildeten  Organisation
des  Steuerwesens  musste  die  Regierung  immer  wieder  ihre
Zuflucht  zu  den  Kaufherrn  nehmen,  die  allein  im  Besitz  grosser
Kapitalien  waren.  Zu  den  bekanntesten  Vertretern  dieser
Hochfinanz  gehörte  jetzt  auch  schon  unser  Hans  Paumgartner
d.  J.,  dessen  Beziehungen  zu  Karl  V.  und  Ferdinand  I.  wir
nun  zunächst  näher  betrachten  wollen.

b)  Hans  Paumgartners  Finanzgeschäfte  mit  den  Habsburgern ­
  und  seine  Bergwerksunternehmungen.
Mit  einem  grossen  Geldgeschäft  setzen  Paumgartners
Beziehungen  zu  Karl  V.  ein,  der  auch  die  Tiroler  Bergwerke
seiner  Politik  dienstbar  machte.  Am  6.  Dezember  1519  lieh
der  Kaufherr  dem  Kaiser  40  000  fl  und  wurde  dafür  auf  Tiroler
Silber  verwiesen.  Die  Rückzahlung  begann  erst  1521  in  der
Weise,  dass  Paumgartner  von  dem  in  seinen  Gruben  gewonnenen
Silber  von  jeder  Mark  45  kr  zurückbehielt  und  ausserdem  noch
1 )  Vgl.  dazu  das  oben  S.  46  Anm.  2  Gesagte.
2 )  Wertvolle  Beiträge  zu  einer  Geschichte  der  österreichischen
Staatsschulden  liefert:  Otto  T  h  o  r  s  c  h:  Materialien  zu  einer  Geschichte
der  österreichischen  Staatsschulden  vor  dem  18.  Jahrhundert.  Leipziger
Inauguraldissertation.  Greifswald  1891.  Die  in  den  Text  eingeschobenen
Tabellen  lassen  den  hervorragenden  Anteil  der  Augsburger  Kaufleute,
nicht  nur  der  Fugger,  deutlich  erkennen.  Auch  die  Paumgartner  sind
häufig  vertreten.

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