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20 Prozent der Einnahmen (2:45 Millionen Schilling); für 1927 ist
dieser Prozentsatz 12 Prozent der Leistungen. Die niederösterreichische
Arbeiter-Unfallversicherungsanstalt hatte 1924 12:4 Millionen Schilling
Beiträge, 4 Millionen Schilling Leistungen und 1:67 Millionen
Schilling Verwaltungskosten (d. s. 40 Prozent der Leistungen), d. h.
100 Schilling Rente kosteten 40 Schilling Verwaltung oder ein Drittel
der Einnahmen. Gewiß soll die Alters- und Invalidenversicherung
nNöglichst bald in Kraft gesetzt werden, aber man prüfe zuvor, ob
ihre Verwaltung rationell sein wird und wie sie sich rationell in
den Rahmen der sozialen Versicherung einfügen läßt. Daß die
Unfallversicherungsanstalten noch viel zu wenig für Unfallver-
hütung leisten, wurde schon a. a. O. besprochen. Wir unserseits
sympathisieren mit dem rationellen System der englischen Oldage
pension: jeder Engländer (jeden Berufes) erhält in einem be-
stimmten Alter, wenn sein Einkommen nicht einen bestimmten
Mindestbetrag erreicht, einen Zuschuß vom Staate durch das Post-
amt ausbezahlt; die erforderlichen Beträge werden jährlich ins
Budget eingestellt — es gibt also keine besondere Verwaltung und
keinerlei Reserven sind notwendig. Nimmt man für Österreich, wo
300.000 Leute im 65. Lebensjahre gezählt wurden, die Hälfte davon
als ” versorgungsberechtigt an und sieht man als Monatsrente
100 Schilling vor, so müßte der Staat etwa 20 Millionen Schilling,
den übrigen Betrag die Länder und Gemeinden aufbringen, deren
Armenlast dann wesentlich verringert würde; man könnte auch an
ainen mäßigen Zuschlag zur Einkommensteuer denken.
Für die »öffentliche Rationalisierung« kommt — last, but not
least — auch die Beseitigung jener Mängel und Verlustquellen
‘wastes) in Betracht, die sich aus dem parlamentarischen Regime,
namentlich für das Gedeihen der Wirtschaft, ergeben. Freilich: ein
Hauptfehler, die Möglichkeit von Mißbräuchen, die man technisch
»Panama«! zu nennen pflegt, wird wohl kaum je völlig aus-
ı Die Gefahr der »Korruption« in Parlament und Verwaltung ist in der Tat
eine große, der Kampf dagegen so alt wie der Bestand geordneter Staaten; wir
finden ihn schon im alten Juda, in Rom und Hellas der klassischen Zeit; ideale
>Reinheitsfreunde« wurden aber nicht selten verfolgt, ja getötet, zum mindestens
kaltgestellt oder als Aufwiegler proskribiert. Und so manche Oppositionspartei, die
scharf gegen Mißbräuche von Mitgliedern der Majorität zu Felde zog, erlag dem
Zauber der Korruption, als sie selbst zur süßen Macht gelangt war. »Über das
Niederträchtige dich nicht beklage, denn es ist das Mächtige, was man dir auch
sage« (Goethe).