Full text: Deutschlands chemische Industrie

Die Badische Anilin- und Sodafabrik zu Lud 
wigshafen, die grösste chemische Fabrik Deutschlands 
und der Welt, beschäftigt gegenwärtig 11 000 Arbeiter, 
Aufseher und Meister. 
Es würde die Aufgabe dieser Denkschrift weit über- steinkohlen- 
schreiten, wollten wir den Versuch machen, den Werde- teenndustrie 
gang der Farbenindustrie vor uns aufzurollen; ist doch 
beispielsweise allein in den genannten Höchster Werken 
die Anzahl der einzelnen Farbstoff typen im Laufe der 
letzten 25 Jahre von 1700 auf 11000 angestiegen. Wir 
müssen uns vielmehr darauf beschränken, einzelne 
Seiten dieser glänzenden Entwicklungsgeschichte aufzu 
schlagen, auf denen die volkswirtschaftliche Bedeutung 
dieser Industrie unsern Blick fesselt. Auf den ersten 
Blättern finden wir Mitteilungen über das Fundament 
der Farbenchemie, die Industrie des Steinkohlenteers. 
Wir erfahren, dass nach neueren Schätzungen der steinkohlen 
gesamte Steinkohlenvorrat Europas etwa 700 Milliarden vorrat 
Tonnen beträgt, und sind beruhigt, dass davon 400 Mil 
liarden auf Deutschland entfallen,*) und dass, die jetzige 
Jahresförderung von 160 Millionen Tonnen (etwa fünf 
mal soviel wie vor 40 Jahren) zugrunde gelegt, unser 
*) Nach im Aufträge der Preussischen Geologischen Landes 
anstalt vorgenommenen Untersuchungen über die Stein- und Braun- 
kohlen-Vorräte des Deutschen Reiches von H. E. Böker (Glück 
Auf, 1913, 49, 1045 u. 1085) betragen nach der gegenwärtigen 
Kenntnis die Steinkohlenvorräte 410 Milliarden Tonnen, wovon 
95 Millarden sicher, 227 Milliarden ausserdem wahrscheinlich und 
88 Milliarden noch möglicherweise vorhanden sind. Von Braun 
kohlenvorräten sind sicher 9,3 Milliarden und noch wahrscheinlich 
4,1 Milliarden vorhanden, zusammen 13,4 Milliarden Tonnen.
	        
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