Object : Der Weg zum Sozialismus

wirkliokuag  gegange».  S®  haben  die  Arbeiter  der  Msenbaknsignalbauanstalt
  Max  Jüdel  &  Co.,  A.-G.  in  Braunschweig,  den
Betrieb  sozialisiert.  Freilich  handelt  es  sich  dabei  um  ein
Musterbeispiel  dafür,  wie  man  es  nicht  machen  soll.  In  einem
Beschluß,  der  mit  Unterstützung  der  Braunschweiger  Regierung ­
  gefaßt  wurde,  heißt  es;
Die  Arbeiter,  die  kaufmännischen  und  technischen  Angestellten ­
  des  Betriebs  wählen  einen  Betriebsrat  von  dreizehn ­
  Personen.  Der  Betriebsrat  besteht  aus  7  Arbeitern  bzw
Arbeiterinnen,  aus  drei  Angehörigen  des  technischen  una
aus  drei  Angehörigen  des  kaufmännischen  Betriebs.  Der
Betriebsausschuß  regelt  alle  Fragen  des  kaufmännischen,
technischen  und  Arbeitsbetriebes  in  gemeinsamen  Sitzungen,
die  mindestens  allwöchentlich  einmal  stattfinden  müssen.
Dem  Betriebsausschuß  untersteht  das  ganze  Unternehmen.
Er  regelt  alle  Lohnfragen,  die  Anstellung  und  Entlassung
der  Arbeiter  und  Angestellten,  die  Arbeitszeit,  und  er  sorgt
für  die  Sicherung  der  im  Betriebe  angelegten  Kapitalien
und  der  finanziellen  Betriebsmittel.  Der  Betriebsrat  entscheidet ­
  über  die  aus  dem  Betrieb  sich  ergebenden  Uebersciiiüsse.
  Die  Kapitalgeber  haben  lediglich
Anspruch  auf  eine  entsprechende  Verzinsung ­
  ihres  Anlagekapitals  und  einen
Risikozuschlag.  Die  sich  weiter  ergebenden ­
  Betriebs  Überschüsse  werden  im  Interesse ­
  der  Angestellten  und  Arbeiter
verwendet.
Das  ist  eine  eigene  Art  von  Sozialisierung,  die  sieh  die
wackeren  Braunschweiger  da  geleistet  haben.  Sie  erklären:
„Die  Kapitalgeber  haben  lediglich  Anspruch  auf  eine  entsprechende ­
  Verzinsung  ihres  Anlagekapitals  und  einen  Risikozusehlag.„
  Was  können  die  Kapitalisten  in  so  schweren  Zeiten ­
  mehr  verlangen?  Verzinsung  ihres  Kapital^  und  Risikozuschlag. ­
  Ist  das  Sozialisierung?  Ist  das  nicht  vielmehr  eine
Verbeugung  vor  der  ödesten  bürgerlichen  Oekonomie,  die  der.
Profit  als  eine  Ehrengabe  an  den  tapferen  Kapitalisten  ansieht,
  der  den  Mut  besitzt,  seine  paar  Groschen  zu  riskieren.
Sozialisierung  heißt  Ueberführnng  der  Produktionsmittel  in
die  Hände  der  Allgemeinheit,  derart,  daß  eine  Ausbeutung
der  Besitzlosen  durch  die  Kapitalbesitzer  ausgeschlossen  ist.
In  diesem  Falle  wird  die  Ausbeutung  nicht  ausgeschaltet,  sondern ­
  dem  Kapitalisten  sogar  unter  Zusicherung  eine  Risikoprämie ­
  garantiert.
Durch  diese  Art  Sozialisierung  wird  das  Verhältnis  zwischen ­
  Kapital  und  Arbeit  durchaus  nicht  aufgehoben.  Der
Kapitalist  wird  in  seinen  Funktionen  nur  etwas  beschränkt,
            
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