ZINN
S =
werden Kann, bi8 Ende Auguft 1920 nicht verändert Hat, berechnet man ferner is - S
im der Seit der mangelhaften Srenzkontrolle bewirkte Ausfuhr mit 5 Milork CE, SO
Mark, fo würde fih der-oben errechnete Einfuhrüber[huß von 70 Milliarden Mars/ = Kie\ ® £
durch die zuleßt berührten Faktoren um mindeftens8 13 Milliarden Mark auf rund
83 Milliarden Mark erhöht haben.
Bon diefem Einfuhrüberfhuß entfallen auf die Zeit nach Deutfehlands SZufammen:
6ruch, d. h. feit Anfang 1919, fhäßungsweife allein 63 Milliarden Mark; dabei if
zu bedenken, daß weder die Einfuhr: noch die Ausfuhrzifern Warenmengen darftellen,
mie fie vor Beginn des Krieges den gleichen Werten ent{prochen hätten, da fich Die
Warenpreife einerfeits wegen zunehniender Warenknappheit, anderfeits wegen der Ent
wertung der Seutfehen VBaluta ftark erhöht haben.
Sür die Dedung des Einfuhrüberfhuffes Kamen feit Nusbruch des
Kriege die Einnahınen aus dem internationalen Frachtverfehr kaum noch in
Betracht, und ebenfo war der größte Teil der Erträge aus ausländijhen Kapital
anlagen (Wertpapieren, Unternehmungen ufw.) für Deutfhland uneinziehbar geworden.
Infolge des Hriedensvertrages haben fich die Verhältniffe weiter dahin verfchlechtert,
daß Dentfchland feine Schiffe und feine ausländifchen Kapitalanlagen im wefentlichen
verloren hat. Erträgniffe Hieraus ftehen alfo in Zukunft nicht mehr zur Verfügung,
im Gegenteil wird Deutfchland für die Beförderung feiner eigenen Außenhandel8:
güter an das Ausland fchwere Tribute zu zahlen Haben, die {häbungsweife mehr
als 1 Milliarde Goldmart für das Jahr ausmachen werden.
Das Defizit der Handelsbilanz Konnte im Kriege nur mit Sold, Wertpabieren
oder Krediten gedeckt werden, und auch Künftig werden nur Diele Dekungsmittel,
befonders das Febtgenanute, in Betracht Fommen,
Un Gold ift feit Juli 1914 durch die Neichsbank und durch den privaten
Berfehr etwas mehr als 2 Milliarden Goldmark an das Ausland abgegeben worden,
mit Deren Erlö3 etwa 5 Miliarten Mark der MBWareneinfuhr beglichen fein dürften.
An Wertpapieren, ausländifchen und inländifchen, find nach einer von der
NReichSbank fortlaufend angeftellten Ermittlung feit Ausbruch des Krieges bi8 Ende
UAuguft 1920 etwa 17 Milliarden Mark in das Ausland verkauft worden, von denen
:twa 4 Milliarden Mark auf ausländijche Titel, die reftlichen 13 Milliarden Mark
auf in Deutfehland ausgeftellte Papiere entfielen. Diefe Ziffern beruhen für die
(egten Monate zum Teil auf Schägungen, da von den Hauptfächlich in Betracht kommen-
den Berliner Großbanken wegen Arbeitsüberlaftung feit einiger Zeit Ziffern nicht
mehr geliefert werden Können.
Durch Ausfuhr von Gold und Wertpapieren find mithin von dem oben auf
83 Milliarden Mark bezifferten Einfuhrüberfhuß fHäkungsweife etwa 22 Milliarden
Mark beglihen worden, rechnet man noch etwa 10 Milliarden Mark für Verkäufe
ch Wertpapieren, die Ser Neichsbank nicht bekannt geworden find — feien e8 legt
Hime, feien e8 ilfegitime (Vermögensverfchiebungen nach dem Auslande) —, fo muß
der Neft von mehr al8 50 Milliarden Mark im Wege der Kreditinanfpruch-
nahme vorläufige Deckung gefunden haben, d. h durch Kreditoperationen in aus
‚ändifcher oder inländifcher Baluta fowie durch Bezahlung mit Marfnoten. Diecfe
Zahlungsweifen ftellen felbftverftändlich Feine endgültige, fondern nut eine vorläufige
Schuldbdegleichung dar und bedeuten cine fortdauernde Gefährdung unferer Währung;
denn bie Kredite müffen bei Fälligkeit abgedeckt werden, foweit eine Verlängerung
nicht möglich ift, und machen alsdann wiederum Gold, Wertpapier: oder Waren:
ausfuhr nötig, wobei zu beachten bleibt, daß auch die Musfuhr von MWertyayieren
Deckung des Sinfuhrüber»
fehuffes.
Auslandsfrachten und
Kapitalanlagen.
S01d, Wertpapiere, Kredite.