36
Bom Brotpreis und Bäderprofit.
angängig, werden wie beim Mehl hei den diverjen Roh- und Hilfsftoffen
jowie bei den Materialien Rifikozu/dläge aufdividiert, ein Vorgang, der
— wenn man nicht wüßte, daß er einen Mißbrauch darftellt — der
SefhHäftZtüchtigkeit der Broterzeuger ein ganz eigenartige Zeugni3 aus-
itellt. Soviel Kümmel, Salz 2. als dem Konfumenten in der Brot
falfulation der redlichen Broterzeuger aufgerechnet werden, kann er gar
nicht verzehren; foviel Kohle und Holz Können gar nicht verbraucht,
joviel Reparaturen und jonftige Sachzuwendungen gar nicht in Frage
"ommen, als da in dem von den Broterzeugern benüßten Kalkulations-
ihema, welches fie irgendwelden von ihnen übers Ohr gehauenen Be-
Jörden abgelıftet haben, aufjcheinen. Das ft nicht der Bedarf für je
100 Qaib Brot, jondern mindeftenz für 120 Laibe, Selbft wenn man
zugibt, daß Heute Getreide=- und MehHleinkäuje Kfojtjpieliger und riskanter
jich abwideln, dürften foldhe Aufjchläge nicht erfolgen, weil fonft eine
Apotheferrehnung darau3Z wird, deren Methode jihH fchließlichH auch
andere SGefchäftsleute mit demjelben Rechte bedienen könnten. Daß man
Bilanzen frifiert, ift ein im Kommerzleden allgemein gelübter Brauch.
Neu erfheint diefes „Korrigieren des Slüds“ bei der Aufftelung von
Ralfulationsgrundlagen, die für das unentbehrlichtte Bollsnahrungsmittel
in Verwendung kommen fjollen.
Da3Z muntere Biffern]piel muß aber noch genauer röntgenijiert
werden. In ihrer Kalkulation gehen die Brotfabrikanten und ihre Affiliierten,
die Bäckermeifter, weldhe nach ihrem eigenen Geftändniz zu einer felb-
jtändigen Preiskalkulation nicht fähig find, bei ihren Beredhnungen nicht
von 100 kg Brotmehl, fondern von 100 Laib Brot aus. Damit ift
zum nicht geringen Teil der Profit bereitz vorweggenommen. Denn Brot
it ja fon das Fertigprodukt, weldhes man aus einer ziemlich fYwanken-
den Mijdung von Mehl und Waffer erhält. Eine richtige Kalkulation
muß beim Halbfabrikat, dem Brotmehl, beginnen, jener Mijchung, aus
der das gewöhnliche Wiener Hausbrot hHergeftellt wird. Auf diefe Mijchung,
deziehungSweije das Verhältnis zwijchen Koggen- und Weizenmehl und
deren Qualität und Ausmahlung fowie Wafjeraufnahme fommt e8, wie
gejagt, bei der Beurteilung der Sache vor allem an. Wir fegen nun
einen mittelgroßen mit Mafchinen arbeitenden, einen fogenannten Mufter-
betrieb voraus, der — wenngleich ohne eigene Mühle und demgemäß
ohne den Gewinn aus der Getreidevermahlung und dem Kleinverjchleiß
— mit dem in der Borkriegazeit üblichen Nukben geführt wird und eine
ardnungsmäßig eingerichtete Buchhaltung hat, die fonft bei den Klein-
betrieben ganz fehlt und bei dem mittelaroßen oft auch in einem frag: