Full text: Der Brotwucher

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Bom Brotpreis und Bäderprofit. 
angängig, werden wie beim Mehl hei den diverjen Roh- und Hilfsftoffen 
jowie bei den Materialien Rifikozu/dläge aufdividiert, ein Vorgang, der 
— wenn man nicht wüßte, daß er einen Mißbrauch darftellt — der 
SefhHäftZtüchtigkeit der Broterzeuger ein ganz eigenartige Zeugni3 aus- 
itellt. Soviel Kümmel, Salz 2. als dem Konfumenten in der Brot 
falfulation der redlichen Broterzeuger aufgerechnet werden, kann er gar 
nicht verzehren; foviel Kohle und Holz Können gar nicht verbraucht, 
joviel Reparaturen und jonftige Sachzuwendungen gar nicht in Frage 
"ommen, als da in dem von den Broterzeugern benüßten Kalkulations- 
ihema, welches fie irgendwelden von ihnen übers Ohr gehauenen Be- 
Jörden abgelıftet haben, aufjcheinen. Das ft nicht der Bedarf für je 
100 Qaib Brot, jondern mindeftenz für 120 Laibe, Selbft wenn man 
zugibt, daß Heute Getreide=- und MehHleinkäuje Kfojtjpieliger und riskanter 
jich abwideln, dürften foldhe Aufjchläge nicht erfolgen, weil fonft eine 
Apotheferrehnung darau3Z wird, deren Methode jihH fchließlichH auch 
andere SGefchäftsleute mit demjelben Rechte bedienen könnten. Daß man 
Bilanzen frifiert, ift ein im Kommerzleden allgemein gelübter Brauch. 
Neu erfheint diefes „Korrigieren des Slüds“ bei der Aufftelung von 
Ralfulationsgrundlagen, die für das unentbehrlichtte Bollsnahrungsmittel 
in Verwendung kommen fjollen. 
Da3Z muntere Biffern]piel muß aber noch genauer röntgenijiert 
werden. In ihrer Kalkulation gehen die Brotfabrikanten und ihre Affiliierten, 
die Bäckermeifter, weldhe nach ihrem eigenen Geftändniz zu einer felb- 
jtändigen Preiskalkulation nicht fähig find, bei ihren Beredhnungen nicht 
von 100 kg Brotmehl, fondern von 100 Laib Brot aus. Damit ift 
zum nicht geringen Teil der Profit bereitz vorweggenommen. Denn Brot 
it ja fon das Fertigprodukt, weldhes man aus einer ziemlich fYwanken- 
den Mijdung von Mehl und Waffer erhält. Eine richtige Kalkulation 
muß beim Halbfabrikat, dem Brotmehl, beginnen, jener Mijchung, aus 
der das gewöhnliche Wiener Hausbrot hHergeftellt wird. Auf diefe Mijchung, 
deziehungSweije das Verhältnis zwijchen Koggen- und Weizenmehl und 
deren Qualität und Ausmahlung fowie Wafjeraufnahme fommt e8, wie 
gejagt, bei der Beurteilung der Sache vor allem an. Wir fegen nun 
einen mittelgroßen mit Mafchinen arbeitenden, einen fogenannten Mufter- 
betrieb voraus, der — wenngleich ohne eigene Mühle und demgemäß 
ohne den Gewinn aus der Getreidevermahlung und dem Kleinverjchleiß 
— mit dem in der Borkriegazeit üblichen Nukben geführt wird und eine 
ardnungsmäßig eingerichtete Buchhaltung hat, die fonft bei den Klein- 
betrieben ganz fehlt und bei dem mittelaroßen oft auch in einem frag:
	        
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