Bom Brotpreis und Bäckerprofit.
reife, danach kommen die Koften der Arbeitskraft, die Transport- und
Berteilungsipefen, die Kohle jowie andere Sachregien. Bon allen diefen
Ralkulations-CElementen unterliegen die Getreide und Mehlpreije den
itärfften Schwankungen. Während nun die SGroßhHandelSpreije für die
Brotfrüchte in der erften Hälfte 1924 bis Ende Iuli um etwa 15 bis
20 Prozent, die Arbeitslöhne um zirka 25 Prozent ftiegen, die Kohlen-
preije nur wenig fidh veränderten, erfuhr der YBrotprei jelb{t eine Stei-
gerung von mindejtenz 25—30 Prozent. Schon in früheren Jahren Haben
die Preiskurven für Brot, beziehungsweije für Getreide und Mehl fich
nicht weniger al8 parallel entwidelt; in der Kritifjgen Periode des
Jahres 1924 entfernen fie fih immer mehr voneinander. € ift nicht
anzunehmen, daß die übrigen Sachregien an diefer Steigerung jo wefjentlich
beteiligt find, mwenigitens ijt dies von keiner Seite, auch nicht von feiten
der Brotfabrikanten, behauptet worden. Vielmehr drängt fich der Schluß
auf, daß der unverhältnismäßige Reingeminn die außerordentlide Stei-
gerung des Brotpreije8 Hervorgerufen Hat und die angeblich hohen Her-
itelungsfoften dafür nur als Deckung dienten. Angeficht? diejes Sadh-
verhalte3, defjen Feftjtellung dem eingeweihten Fadhmanne feine befonderen
Schwierigkeiten macht, Fanız man fidh nicht des Eindrucke8 erwehren, daß
Die im Verband der Brotfabrifen organifierten Induftriellen in der von
der Regierung begangenen Unterlafjung einer gewiffenhaften Überprüfung
des Kalkulationsidhemaz eine Ertra-Konjunktur erblickten, die fie um fo
eher ausnügen fonnten, al3 auch fonft jede Kontrolle fehlte und die bis-
herige Anwendung des Preistreibereigefeges fie der Befürchtung, daß ein
Eingriff in ihre SGebarung zu gewärtigen wäre, enthob.
Unausweichlich wird diefer Schluß, wenn man das KRefultat der
von der WirtjhHaftapolizei in der zweiten AugufihHälite 1924 durchgeführten
Revifion inz Auge faßt. Bedenkt man, daß dieje Revijion durchaus
aicht alle Elemente der Kalkulation erfaßte und lediglich auf Grund der
von den beteiligten Unternehmern felbft gelieferten, diefen alfo gewiß
nit ungünftigen Angaben erfolgte, fo wird e3 ZU SGewißheit, daß eine
ganz unverhältnismäßige Überteuerung des Brotes vorliegt, für die auch
ohne Bezugnahme auf daz Preistreibereigefeß der Ausdruck „Wucher“
berechtigt erfheint. Diejer Über-Balkorifierung des in der Borkriegszeit
übligen Nubenz Haben fihH zum Teil audy jene Broterzeuger JQuldig
gemacht, die außerhalb des erwähnten Verbandes Itehen. Sie fällt um
jo mehr jdhwerer ins Gewicht, als bei den Kleinmeiftern der Nachteil des
geringen Umjages durch den Vorteil der niedrigen Kegien und andere
Ymitände weitaus kompenfiert wird, worauf auch die Zunahme der Klein»