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liche Föhnkanäle, durch die der Südwind brausend
ins Vorland hinunterstürzt. In ungestümen Stößen
rüttelt der Föhn am Balkenwerk der Häuser;
er wirbelt die Funken vom Herdfeuer empor und
trägt den Brand weithin über die ausgedörrten
Schindeldächer des Bergdorfes. Viele Ortschaften
in den Quertälern der Nordalpen sind bei Föhnsturm
ganz oder teilweise verbrannt, so Meiringen,
Grindelwald, St. Stephan im Simmental, Altdorf,
Glarus; von den Dörfern des St. Galler
Rheintales haben fast alle wiederholt unter Föhnbränden
gelitten. Wenn in den Tälern der Föhn
losbricht, so müssen nach Vorschrift der Föhnpolizei
alle Feuer sorgfältig gelöscht werden.
Unter der Sonnenwärme allein würden die
Schneemassen im Gebirge erst spät im Sommer
zergehen; der Föhn räumt rasch damit auf. Die
Bergbewohner fassen diese wohltätige Wirkung in
die Worte zusammen: „Ohne Föhn kein Frühling!"
Seine Trockenheit schädigt wohl etwa die Baumblüte;
aber unter seinem warmen Hauch reift im
Rheintal zwischen Chur und Bodensee der Wein.
Am häufigsten tritt der Föhn in der kühlen Jahreszeit
auf. Altdorf zählt im Jahr durchschnittlich
48 Föhntage, Guttannen im Haslital sogar 79.
In Meiringen wacht die Föhnpvlizei an 40—50
Tagen. Die Föhntage bringen im Winter im Mittel
eine Temperaturerhöhung von 7«; schon am
frühen Morgen kann dann eine geradezu sommerliche
Wärme herrschen. Im Mittelland wird der Föhn
selten als Luftströmung verspürt; meist meldet er
sich hier durch andere Anzeichen. Die trockene Luft
zehrt den leichten weißlichen Dunstschleier auf, der
für gewöhnlich die Fernsicht trübt. In scharfen
Umrissen und tiefen Farben stehen dann die Berge
in der eigentümlich klaren Luft, scheinbar zum Greifen
nahe gerückt. Liegt beim Auftreten des Föhns