Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

Inon  Verlag  und  Cjpebltlon:
Carl  Divrmick.
rrlln  S..  Lulseouser  11

September  1899.

Erichemi  monatlid)  einmal.  j|
DrrlS  bei  Stnzeltuimmer  10  VI.  !j  1  SastttfslPlf
'flbonntmnii  fflt  das  Ouartol  25  Pj.  ;|  *  8  ^

Euer  Wunsch  ifl  erfüll«,  oor  Euch  lieg,
..Die  Fackel".
d:«  Zeitung  für  dir  A^kaebemeten  und  llmeiörückien
aus  dem  Lande,  für  den  Landarbeiter.  de»  Kleinbauer,
den  Handwerker,  die  erioerbSlhöiig,  Bevölkerung
«>chi  ohn«  Lpler  haben  Eure  ArbeilSbrüder  m  der
Tlodl  di«  Zeiniug  geschaiie».  Sn  Euch  ist  c«  jefjl,  b>eiclb«
  zu  erhallen  »nd  zu  einem  ivilkiamen  Ikoinoiinillel
gegen  da«  Unrecht  „i  jeder  Form  und  kür  d>«  B'-reiung
der  arbritSihätigen  Bevölkerung  auszubauen
„Tis  Fackel"  a»,rd  Euch  jeder  Zeit  «>o  kreuer
freund  und  Beraiher  fem.  Eie  wird  Euch  all«  Monate
--iNinal  Aufklärung  über  da»  bringen,  wa«  der  Stadt
nsrgehl  Ihr  werter  in  den  Bcrichlen  au»  dem  ReichSiog
  eriahren.  ob  die  iozialdeinokralischen  Abgeordneten
>Lr  die  Interessen  der  Arbeiter  kämpfen,  de»  Herren
6 rundlich  die  Sahrhe»  lagen,  gegen  Verlchlechlerung
e»  besiehenden  Zusla>,de«  und  für  Beleingung  der
elenden  Lage  der  Waste  Land  und  Siad,  «inlrelen
Auch  iveebel  Ihr  au«  den  Berichten  «riehen,  ob  daö
Dirken  t<r  konlervalivei,  und  anderen  Abgeordneten
arbeilerficundlich  >l«.  ob  dies»  für  nach  größere  Entrechtung ­
  und  Verelendung  de«  Volk«  einireren.  ob  sie  da«
Zniereste  eine«  kleinen  Häusle.n«  Wohlhabender  oder
da«  Interesse  der  «esammihei,  wahrnehmen  lieber  olle
bedeutende,,  Borkommniste  >m  polistichen  Leben  wird
-Di»  Factcl"  belehrende  Arukel  bringen  Hauptsächlich
aber  wird  >°i«  berrchien  über  Euer  Elend,  über  Sure  Aach,
über  di«  unwürdig,  Behandlung,  d>e  Euch  oll  von
Srovgrundbeslgern  und  anderen  Soo»al>Ilen  zu  Tljeil
wirb,  über  b,e  naurigen  wohi,ung«verl>älrniste  au>  dem
Land«  und  >n  der  Siadi,  über  d"  tibermäßigr  Au«,
deulung  der  Ahr  ausgelegt  seid  Unbarmherzig  und
eülkstchiulo«  wollen  wir  diejenigen,  die  ihre  Arbeiter
ichlechi  behandeln,  ihnen  den  bedungene»  Lohn  »ich,
rrchlig  auSjable»  oder  sonst  ihren  oerNaglichen  Verostichlungen
  hch  en,ziehen.  ,n  der  „Fackel"  an  de»
»langer  der  ösfenisichen  Mr»nurg  stellen  und  >o  dazu
d'iiragen.  Euer  Loo»  errräglichee  zu  machen.
K'ch'  >nn  keoiich  und  iklarlch.  w>e  konleroanv»
Blauer  tl  Ihun.  um  Euch  »r  Unerfahren  hei,  zu
erliolrrn.  werden  wie  die  CoalleN  der  ..Fackel"
lullen,  sondern  in  Eure  und  Eure«  LeidenSgenosien
naurigen  wirlhlchaslsichen  Lag«  und  in  die  wirchschasi.
liche  lkage  der  Wohlhabenden  und  Mächtigen,  in  Unter,
brücknng  und  Uedcrniulh  will  „Tic  Dackel"  hinein,
leuchten  und  Such  Mittet  und  Wege  weilen,  wie  Ahr
Eure  Loge  bester»  körn»
Eicher  wird  „Die  3arfel"  durch  unerichrockeile«  Ein.
irrt«»  für  die  Geologie»  und  Gedrückte»,  die  linnen  und
Ausgebeutete»,  de»  Zorn  -nancher  reicher  Herren  auf  sich
lade»  Da«  muh  Euch  aber  gerade  ein  Ansporn  lein.
ständiger  Leier  und  Abonnent  der  „Fackel"  zu
werde"  und  bei  Euren  ArbeilSbrübern  aus  dem  Lande
und  »>  der  Iiadt  neu«  Aboiinenlen  für  „Die  Fackel"
Ta  „Tie  Fackel"  nur  1V  Pfennige  für  einen
Monat  und  nur  25  Piennige  für  ein  Vierteljahr
koste«,  ( o  ist  Jeder  von  IZucki  ln  der  Lage,  iie  ,u
?Ib«r  nicht  nur  Leser.  ,»chi  nur  Abonini».  >ondern
auch  Mitarbeiter  brr  „ftactft“  sollt  und  müht
.ihr  werden.  Alle  bi»  Leiden,  die  Ihr  zu  eevulden  habt,
die  Ungerechtigketteii  und  Draiigsalirungen.  di»  Euch  zu
werden,  theilt  der  „%actet'°  vertrauensvoll
bf«  W  oh  r  h  »i  t  gemäh  mit  In  den  Spalten
unserer  „Fackel"  werde,,  Eure  Klagen  ein  tausendfache«
Echo  linde»,  da«  gellend  >nah»e»d  in  den  Lbren  Eurer
Ctidlet  wicdcrhallen  soll.
Drum  auf,  Ihr  ArbellSIeuie  >n  Stad,  und  Land,
werdel  für  Euer  Blatt  und  aboiiiun  alle  Man»  für
Mann  „Die  Fackel".  <£«  mir  d.c  trägen  Malle»  Eurer
ArbeitSdiüder  au«  dem  Schlaf  zu  rütteln.  Eure  berech-Iiglcn
  Forderungen  nach  Verbesterung  Eurer  elenden
Lage  den  Befistende»  eindrzickSvoller  als  bisher  zuru.
rufen.  Mit  der  Fackel  der  Waheheir,  mü  dem  «lärm
Sich«  der  Aufklärung,  „ul  dem  zündenden  Funke»  ber
Agitation  wollen  wir  hineinlenchte»  in  die  Hohlen,  wo
di«  lluwissenheti  und  da«  Elend,  und  rn  d„  Paläste,
in  denen  Uebermmh  Protzemhum  und  Eigennützigkeit
Hausen-Loht
  Such  durch  Sur»  Arbeitgeber,  durch  Den»,
barmen.  Pfarrer  ober  sonst  wen  nick«  einschüchtern.
C u»«  jeden  Fall  oerjuchier  VeeinNustuiig  an  Haltet
:  Blot«  allen  Verfolgungen  zu»,  Trost  hoch  RnkUo«
känrpsl  den  Kamps  mit,  oamrr  Ihr  und  Eure  Kmder  als
freie,  gleichberechtigt«  Menschen  einer  glücklicheren  Zukunsl
enigegengehen.

Was  iDoOni  wir?
Aus.  Alle,  die  Ihr  dchhstlig  vom  frühen  Morgen
dl«  ln  die  Ipktze  Nach«  hinein  Euch  plag«,  ohne  soviel
»h  erringen.  ba&  Ihr  und  Eure  Familien  Euren  b«.
scheidenkn  Wunsch  ersülleu  könn«:  theilzunehmen  an  den
Errungenschasien  der  Kultur.  Die  lürperltchrn  und
geistigen  Fähigkeiten  zur  Blüthe  und  Emsaltuna  zu
bringen,  ist  Menschenrecht.  Wie  komm«  t«.  daß  dir»  Rech,
»Ol  Taufenden  und  Abertausenden  vorenthalten  wird?
Wie  ist  ci  möglich,  bat»  Ziel  zu  erreichen  dost  jeder

ein  menschenwürdiges  Dasein  führe?  Wa«  ist  ew
menschenwürdige«  Dasein?  Ein  Doleln  wie  es  dem
Sland  der  Kullur  eulsprichr:  Theilnahme  Aller  an  den
Errungenschasien  der  Rullur.  Nolv  schmiedn  zusammen.
Ihr  alle,  di«  in  ber  Sladl  oder  aus  dem  Lande,  ln  der
Werkstatt  oder  aus  dem  ncker.  in  dre  Grube  oder  in
der  Fabrik,  zu  Wasser  oder  zu  Load«  mühselig  da«  zum
Lebensunterhalt  Nothwendigst»  erardeilcn  müht  —  Ihr
könnt  ein,  Besserung  Eurer  Lage  derbeisühren.  wenn
nicht  dieselben  Entbehrungen  unter  denen  Ihr  leide«,
da«  Erbe  Eure,  Kinder  sein  soll.  Im  Jnleresse  Eurer
selbst,  im  Jiikereste  Eurer  Familie,  ün  Jnterrssr  Eurer
Kinder  müssen  alle  Erwerbölhällgen  <n  dem  friedlichen,
aber  «nerglschen  und  rastlosen  Kamps  zur  Erringung
besserer  Lebensbedingungei,  zusammenhalken.
Hab«  Ihr  und  Eure  Kinder  »ich,  ein  Recht  aus
»in  menschenwürdige«  Dasein?  Aus.  znm  Kamps  gegen
die  Umerdrückang  Eurer  Rechte  gegen  di,  Urbennach«
bei  Kapitals,  gegen  den  Hochmuth  des  Unternehmer,
ihum«.  gegen  die  Fortdauer  der  bestehenden  Verhällniffe.
gegen^  di«  Ungerechligkeil  ber  bestehenden  Berhüliniss,
das  ist  der  Mahnruf,  der  immer  lauker  und  krälttger  in
alle»  Ländern  an  olle  Arbeiter  ergeht,  die  Ardeiler
kämmest.  Wenig  vermag  der  Einzelne.  Alles  ein
planvolles,  rostlo!»«  Znsamm,»  Hollen  allrr
Nolerdrückirn
Die  Fahne  in  diesem  Kamps  hoch  zn  hasten  gegen
die  Ungerechtigkeit  in  jeder  Form  zu  lämpsen  and  die
Fahre  zur  Erringung  eine«  mrujchenwürdtgen  Daseins
voranzukrogen.  ist  unser  Beilreben  Nicht  den  Einzelnen
wachen  wir  veramworllich  für  die  Zustünde  Die  Ge*
iellschoitSordmiug  leibst  hüng«  ab  von  der  Produlllontweis»,
  hüngl  ad  von  den  geschichtllch  gewordene»  Zustünden
  Aber  sie  ist  nicht  ewig,  kan»  nicht  ewig  so  sein
wie  sie  Ifl;  e«  ändert  und  wechselt  alle«  Beschleunigung  de»
Wechsels  planvolle  Herbeiführung  eine«  anderen  Gesell.
IchasiSzuslande«  ist  möglich.  Wir  lagen  nicht  Utopien,
uiirrjüllbore»  Träume:,  nach  Wir  streben  an.  wa«
aothwkiidlg  ist.  danit.  All»  rin  menichenwürdlge«
Leben  haben.  DaS  ist  nothwendig  und  möglich
Wir  streben  an.  wa«  geschichtllch  naturnothwend.g
ist.  W!>  streben  an  bi«  Heebeisührung  eine,
GelellfchasiSordtiung  in  der  man  nicht  ihr.  um
nur  zu  arbeiten,  sondern  arbeitet  um  zu  ,H,n
»Wer  nicht  arbeiten  will  lall  auch  nicht  esse».'  logt
die  Bibel.
Blickt  um  Euch!  Millionen  fleihtget  braver
Mrnichen  irifien  bei  kargem  Lohn  kümmerlich  ihr  Doset»
und  einige  Zehnianiende  aibeirrn  nicht  oder  minder
schwer  wir  ,enr  -  st,  werden  aber  von  Tag  zu  lag
Wie  komm«  da«?
Jen«  befinden  fick  >m  Besih  von  'Vorrechten  sie
sind  im  Besitz  der  Ärbeiiswerkzenge.  der  Fodriken.  der
Bergwerke,  des  Großgrundbesitze«,  kurz  aller  Produlrion«-mittel.
  ohnr  deren  Besitz  Güier  nicht  erieugi  werden
können.  Wa«  nützt  dem  Fleißlgslen  die  Lust  und  Fähig,
keil  zu  arbeiten,  wenn  er  ArbeUsmiiiel  nicht  vefitzt?
Kann  er  dann  je  ein  Freier  werden?  Frei  ist  er  nach
dem  Gesetz,  aber  auch  tret  von  ollen  Miiirlg.  sein«
ArbeiiSkros:  zu  verwerthen,  ohne  fit  an  andere  zu  verdingen. ­

Verdingen  muh  heute  die  übtegrotz«  Anzahl  Menschen
an  die  Wenigen,  die  wohlhckdrnd  sind,  ihre  Arbeilsirast.
um  ihr  Leben  fristen  zu  köiuirn  und  durch  ihre  Arbeit
den  Reichthum  der  Wenigen  noch  zu  vermehren  Vermehre» ­
  den  Reichlhum  derer  die  ohne  dl,  körperliche
und  geistig»  Arbeil  der  Arbeiter  nicht  der  geistigen  und
sonstige»  Genüsse  ihellhoslig  werden  könnien.  di,  sie  sey«
baden  und  die  die  große  Meng»  entbehrt.
Aus  der  Ardetr  AUei  beruht  bl«  t)enilge
Kultur  —  sollen  dl,  Errungenschaften  dee  Kullur  nicht
Allen  zu  theil  werden?  Soll  es  ewig  so  bleiben,  daß
da  darb!,  wer  arbeitet,  daß  Bildung  und  grillige  Erhebung ­
  der  großen  Meng-  voreiitholicu  bleibt?  Nein
und  abermals  netnI  ES  ist  »ich«  nothwendig  und  tt
bars  nickst  fein,  wenn  nicht  de»  Mensche»  Natur  zu  der
de»  Tiere«  herabsiuken  soll
Aber  wie  erreichen,  wa»  wir  erstreben?  Wl,  soll
t!  ander«  werden?  Sann  es  anders  werden?  oder  sind
wir  verdamm!  wenig  Herren  zu  haben  und  ein  Heer  von
Sklaven  ewig  zu  bleiben?
Ausklüruiig  über  seine  wahren  Jnieressen  thu,  den
Unleidrücklen.  die  den  weitaus  größten  Theil  der  Landbevölkerung ­
  bilden,  in  erster  Reibe  noth.  Noch  stehen
gar  viele  abseits  von  dem  großen  Komps«,  der  da«  Ende
dieses  JvhrhunderlS  durchzillerl  und  mit  dem  Siege  der
Arbeit  im  lommenden  Jahrhundert  abschliekeu  wird
Der  Arbeit!  Wer  ist  denn  ArbeUtr?  Jed-r
der  geistig  odt:  körperlich  zum  Nutzen  der  Allgimeiuhett
Arbeit  schasst.  Der  flrbeiier'  aus  dem  Land«,  -der  kleine
Bauer,  der  Lehrer,  der  Beamte,  der  Fobrilarberier.  der
Schisser,  der  Handwerker,  der  Händler:  sie  oll«  verrichten ­
  Arbeit  im  Interesse  der  Gesammthest.  Arbeit  für

die  menschliche  Gesellschosi.  Arbeit,  durch  welche  die
Zwecke  der  menschlichen  Gesellschast  gefördert  werde».
Ob  hlnieto»  Pslug  unier  btennender  Sonne  de,
Arbeitet  fich  abrackert  oder  aber  ob  geistige
Arbeit  oetrich,»«  wird,  ändtti  oa  dem  Begriss
der  Arbeit  des  ?Irbelier»  nichts
Aufklärung'  Ist  die  arbeitende  Brvblkerung  eist
aufgeklärt,  ist  stt  zur  Erkenntniß  ihrer  Lage  und  der
Wahrheit  erst  gelangt,  io  wird  sie  auch  die  Macht  zu
erringen  verstehen,  ihre  berechligre  Forderung  zur  Ersüllung
  zu  bringen,  ein  menschenwürdiges  Dasein  für
Alle  lluserr  Gegner  die  Gegner  der  Arbeit,  die  Gegner
der  Kultur,  di«  Gegner  der  Gerrchilzleit  vrrsuchen  dir-Bevölkerung.
  Iiiöde!  andere  aus  dem  Lande,  gleich  urimündigen
  Kinder»  übe,  dir  wlchrigsten  Fragen  und  Borkommniste
  künstlich  in  Unkeaotniß  zu  erhallen,  ihr  Lügen
und  Verleumdungen  auszullschen  und  die  unerschrockene
Stimme  ber  Wahrheit  und  de«  Recht«  zu  ersticken.
Doch  vergeblich  I  Do«  Volk  Hai  ein  Recht,  die  Wachen ­
  zu  hören,  die  Wahrheil  lennen  zu  lernen.'  Eö
dürstet  nach  Wahrheit,  noch  jenem  unveZälschren  Wissen,
ohn»  welch»«  lein  Sieg  Machthaber  versolgteo  UNS
>2  Jahr»  lang  wurde  dl«  Auebrettiing  unserer  Lehrer,
in  Deutschland  aus  Grund  LeS  Sozialisten-GesetzeS  durch
Gewaltmlitel  zu  hindern  versucht.  Tausend«  wurden
aus  ihrer  Heimo'.h  uuSgewieseu.  in  Kesänanisse  gebracht,
drangsaliert  mit  allen  Mitteln,  welch»  jene«  Gesetz  an
die  Hand  gab  Durch  hügcngrstndel.  durch  dezahlle
Schulte,  durch  Spttzrl  suchte  man  Berboechen  denen  an.
zubichle»  die  nie  etwa«  andere«  gethan,  a!«  für  ihre
Ueberzeugung  einzutreten  sucht,  man  zu  Gewaltthätigkeiten ­
  ouijureizeii.  ivahrend.der  Arbeiter  lehr  wohl  weiß,
nicht  Gewalt.  Ausklärung  Ist  unser»  Waise.
Aufgehetzt  wurden  durch  d,e  verlogen«  Presse  der  Gegner
und  durch  ihönchl»  Maoßnahmrn  mancher  Ordnungö-Helden
  Viele  der  Unausgeklärren  zu  Gewallthütigkelle»
gegen  d>»  Arbeiter  leidst.  Aber  weder  der  Knüttel  noch
de,  Büttel,  weder  Södel  noch  Flinle  vermag  eine  wahr»
Idee  zo  tbeen  All  jenen  Praktiken  und  Knifsen  unserer
Gegner,  ihren  Brutaliiüle»  ihrer  Heuchelei,  ihren  Spitzeln,
ihrer  Urderichwemmung  de»  Lande«  mit  Strömen  voll
Lügen  Verdrehung  und  Wiuddeurelei  setzen  wir  d"
eine  Waste  entgegen  da«  Streben  nach  Wahrheit  und
nach  Verbreitung  der  Wahrheit  in  allen  Schichten  der
orbütent-m  Bevölkerung
Siegen  wird  die  Sozlaldemolrone  weil  auf  ihre,
Seile  die  Wahrheit,  die  Gerechtigkeit,  va«  Interesse  der
Allgemeinheit  und  der  Kultur
Wie  will  fie  Iht  Ziel  rtielchen?
Ruhig,  planvoll  untersucht  sie  die  Ursachen  de»
deuligen  Elend«.  Wie  brr  vernünftige  Arzt  „ach  dm
Ursachen  rin«  Kranlyrit  soruhi.  so  untersucht  ft«  bit
Gründe  der  elenden  wirlhIchaslUchen  Lage.  Do  zeigr
sich  denn  nichi'drr  Einzelne  von  Euch,  der  rastlo«  von
früh  bis  spät  sich  abrackerl.  ist  Schuld  an  seiner  lraurigeo
Lage  leine  elende  Lag»  nl  vielmehr  die  Folge  von  Zu>
iiändm  die  er  nicht  geschossen.  Wenige  Ausnahmen
ändern  nicht«  an  der  Regel.
Kann  der  Heine  Monn  basüi.  daß  er  nicht  !r>
reicher  Wiege  geboren,  kann  er  dasür.  daß  er  darben
muß  und  an  den  Errungenschosien  der  Kullur  nicht  vollm
The,!  ha,  kann  rr  dasür.  daß  ihm  die  Arbeilömirtel
nicht  zu  Gebote  stehen,  kann  rr  dasür.  daß  er  sein«
Arbeilölra»  gegen  geringen  Lohn  verdingen  muß.  um  fein-Leben
  zu  friste«?
Kann  der  Hondweike«  dasür.  daß  die  Mach,
de»  Großlaplial«  ihm  da«  Lebentlichl  auSbläst?
Kann  der  Kleinbauer  dafür,  baßer  trotz  harter
Ärdeii  Im  Schweiße  srineS  Angesicht«  nichts  schafft,  kann
er  dafür,  daß  der  Großgrundbesitzer  dllliglr  als  er
produzlN.  kann  er  dafür,  daß  der  Großgrundbesitzer
sein  grsährlichsler  Stonfment.  tonn  et  dafür.  daß  der
Großgrunddrsiyer  die  Arbeil-krast  Anderer  bi«  zum  letzten
Tlppelchen  ausbeutet,  gegen  schlechten  Lohn  und  noch
lchlechiere  Behaadlung?  Kann  er  dafür,  daß  die  Hag-Maschine,
  die  Särmaschine.  die  Pslugmaschine  dem  Grotz--grunddesitzer
  zu  Gebote  stehen?
Kann  der  kleine  Mann.  der  Handwerker  d«»
Bauer,  ürr  Arbeiter  dasür.  daß  leine  Erl»«»«-ruinict
  wird?
Nein,  in  lausend  Fällen  nein)
Das  Großlapiial.  fei  «4  in  Fadrikm.  sei  »
Bergwerk,  sei  eS  im  Großgrundbesitz,  lei  cS  ia  Hypolheteu.
(et  cS  in  Werlhpapieren.  sei  eS  an  der  Dürst  o^r  w
sonst  angelegt,  hat  in  der  heutigen  G-IellschaslSordnunz
die  Eigeuschost.  daS  kleine  Kapital  auszusangeu.
Wie  die  «offertropsm  sich  vereinigen  zu  Büchen
zu  Flüsieo  und  Ströme-,  und  dem  Meere  dann  »-fl«»
°  stießen  heute  alle  zu  Silber  und  Gold  um,«w«dew»
lieben:  23er  da  bat.  dem  >?>rd  gerben.  m W*
treffe»  die  Kleinen  aus'  der  BolkSmund
Volt-mund  hat  Recht.  Die  Großen  habe-  tua  S-««

67.  Titelseite  der  ersten  Nummer  der  „Fackel'
            
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