Full text : Denkschrift betreffend die Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten von Amerika

74

im
Jahre

insgesamt ­


Österr.-Ungarn


Frankreich ­


Schweiz
■

Deutschland ­


Anteil
Deutschi.
in  Proz.

auf

1000  Dollars

1893

995

20

114

153

651

65

1897

1148

42

129

120

813

7i

1900

1  091

42

120

64

816

75

1901

992

54

156

65

676

68

1902

1  000

5°

139

61

681

68

1903

1125

62

165

59

782

70

Die  Fabrikation  von  Nähmaschinen,  Fahrrädern, ­
  Kassaregistriermaschinen  erhofft  von
einer  Reduktion  der  amerikanischen  Zölle  (rund
40%  vom  Wert)  um  15—20%  keinen  Vorteil.
Sie  steht  vielmehr  auf  dem  Standpunkte,  daß
»Gleiches  mit  Gleichem«  vergolten  werde,  daß  die
Union  die  Zölle  auf  das  Niveau  der  deutschen
(etwa  7  %)  ermäßigen  solle.  (Oder  umgekehrt.)
In  Klavieren  wird  sich  so  leicht  nicht  von
uns  nach  der  Union  ein  nennenswerter  Export
vollziehen;  dagegen  ist  ein  solcher  von  der  Union
zu  uns  vorhanden.  Amerika  legt  einen  Zoll  von
45%  vom  Werte  auf  unsere  Erzeugnisse,  wir  noch
keinen  solchen  von  10%  auf  die  seinen.  So  verlangt
denn  auch  die  deutsche  Klavierindustrie  weniger
eineMinderung  der  amerikanischen  Zölle,  die  nichts
nützen  würde,  als  eine  Ausmessung  der  deutschen
Zölle  nach  amerikanischem  Vorbilde.
Eine  Minderung  der  derzeitigen  amerikanischen
Zölle  um  20%  könnte  von  Nutzen  sein
a)  für  Automobile.  Zweisitzer  werden  in
der  Union  selbst  gebaut  und  auch  nach  Deutschland ­
  ausgeführt.  In  größeren  Modellen  aber  sind
wir  den  Amerikanern  bedeutend  überlegen.
b)  für  Maschinen  für  Hartzerkleinerung
und  für  hydraulische  Pressen.
c)  für  Brauereimaschinen.
Wenn  wir  die  Wünsche  der  deutschen  elektrotechnischen ­
  Industrie  an  der  Neuordnung
unserer  Handelsbeziehungen  zur  Union  kurz  zusammenfassen ­
  wollen,  so  können  als  Leitsätze
gelten:
1.  Minderung  der  amerikanischen  Zölle  um
mindestens  50%,
2.  womöglich  Reziprozität  im  Ausmaß
der  gegenseitigen  Zölle.
Auf  diesem  Standpunkt  steht  vor  allem  die
Fabrikation  von  Dynamomaschinen  und  Elektromotoren. ­
  Hier  rechnet  man  mit  der  Möglichkeit ­
  eines  amerikanischen  Einbruches  ins  deutsche ­
  Gebiet.  Wir  haben  im  (neuen)  Tarif  einen
Satz  von  6  bis  9  M.  pro  100  kg;  die  Amerikaner
von  45°/o-  Eine  Dynamomaschine  von  50  kg  Gewicht ­
  und  einem  Verkaufswert  von  150  M.  trägt
bei  uns  einen  Zoll  von  4,50  M.,  in  Amerika  einen
Zoll  von  67,50  M.  Der  amerikanische  Markt  ist
            
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