Full text: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

E. Jüngst, Die Knappschaftskassen. 259 
nach einer Aufstellung über die Preußischen Knappschaftsvereine in 1904 
die Werksbesitzer an Beiträgen: 
100°/» des Mitgliederbeitrags in 27 Vereinen mit 254109 Mitgliedern, 
75°/» „ „ „ 8 „ „ 275 219 
50% „ „ „17 „ „ 29167 
Bei den übrigen Vereinen lag der Satz zwischen 50 und 75 %, oder 
es kam auch vor, daß die Werksbesitzer dort, wo besondere Krankenkassen 
beiträge erhoben wurden, für beide Kassenzweige einen in verschiedenem 
Verhältnis zu den Mitgliederbeiträgen stehenden Beitrag leisteten. Nun 
mehr haben, worauf auch schon hingewiesen wurde, beide Parteien den 
selben Beitrag zu leisten, und zwar ebensowohl an die Kranken- wie an 
die Pensionskasse, für welche beiden Zweige des Knappschaftswesens das 
preußische Gesetz vom 19. Juni 1906 getrennte Kassensührung vorgeschrieben 
hat, die bis dahin nur bei einigen Vereinen bestand. 
Wenn man die Bedeutung der Prämienzahlung für den Versicherten 
beurteilen will, so hat man die von ihm geleisteten Beiträge mit den 
dem Unternehmer obliegenden zusammenzufassen, denn diese Prämien stellen, 
einerlei, wer sie auf Grund des Gesetzes bezahlt, einen Teil seines Lohnes 
dar, und zwar einen recht beträchtlichen und dazu steigenden Teil, wie 
das für die Belegschaften des Ruhrbergbaues die folgende Zusammen 
stellung zeigt: 
Jahr 
Auf einen Beschäftigten (Beamte und Arbeiter) im Ober 
bergamtsbezirk Dortmund betrug der 
Verhältnis der 
Knappschaftsbeiträge 
zur Gesamtsumme 
(Lohn und 
Knappschafts- usw. 
Beiträge) 
°|o 
Jahres- 
reinverdienst 
Mk. 
Gesamtaufwand der 
Arbeitgeber und Ar 
beiter an Knapp 
schaftsbeiträgen 1 
Mk. 
Zusammen 
Mt. 
1887 
815 
72 
887 
8,12 
1890 
1086 
73 
1159 
6,30 
1895 
992 
90 
1082 
8,32 
1900 
1352 
113 
1465 
7,71 
1905 
1218 
120 
1338 
8,97 
1907 
1590 
129 
1 719 
7,50 
1910 
1416 
159 
1575 
10,10 
1911 
1480 
162 
1642 
9,87 
Wäre die Versicherung gegen die Folgen von Krankheit, Alter und 
Invalidität sowie die Sicherstellung der Hinterbliebenen des Ruhrknappen 
diesem selbst überlassen, so könnte der Ruhrbergbau einen um etwa 10 % 
Beiträge zur Krankenkasse, Pensions- und Unterstützungskasse, s o w i e zur 
Jnvaliditäts- und Altersversicherung. 
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