keinen Wert habe, so ist das ein Trugschluß, denn der Wert jedes Geldes
besteht in seiner Verwendbarkeit zum Kaufen von Gütern und Dienst
leistungen, und die Wertbildung des Papiergeldes untersteht demnach den
gleichen Gesetzen wie die des Metallgeldes. Die Gefahr des Papiergeldes
liegt in seiner beliebigen Vermehrbarkeit. Eine zielbewußte Währungs
politik kann das Papiergeld wertbeständig erhalten durch Regulierung der
Papiergeldmenge.
Ist der Kredit des Staates gesichert, so wird auch eine vorübergehend
stärkere Ausgabe von Papiergeld nichts daran ändern, daß es im Jnnen-
verkehr in gleicher Weise wie das Metallgeld umläuft. Hat jedoch der
Staat in großer Finanznot das Papiergeld stark und plötzlich vermehrt, so
werden nach dem Greshamschen Gesetz — schlechtes Geld vertreibt gutes —
die umlaufenden Metallmünzen aus dem Verkehr gedrängt. Das Papier
geld wird gegenüber dem Metallgeld entwertet. Wohl bezieht sich sein
Nenn wert noch auf die ursprüngliche Metallgrundlage (Mark usw.), aber
in seinem Verkehrs wert sinkt es weit darunter.
Der Entwertung des Geldes im Binnenverkehr läuft seine Entwertung
im Zahlungsverkehr mit dem Auslande parallel. Papiergeld nimmt das
Ausland nur mit einem Disagio; das Edelmetallgeld wird zu einer Ware
(mit einem gewissen Seltenheitswert), deren Preis in Papiergeld aus
gedrückt wird. Die Metallmünzen haben ein Agio sAufgeld). Während
Goldgeld sich niemals weit entfernen kann vom Wert ungemünzten Goldes
oder dem anderer Goldmünzen gleichen Feingehaltes, bestehen für den
Wert des Papiergeldes, das auf dem Kredit dessen, der es ausgibt, beruht,
keine solchen engen Grenzen. Nach unten ist ein Herabsinken bis zum Null
punkt möglich; nach oben ist die Grenze gegeben in der Parität des Metall
geldes, auf das die papierenen Geldzeichen lauten.
Die bekanntesten Beispiele, schlechtes Papiergeld als definitives
Geld in den Verkehr zu bringen, sind die Experimente voll John Law
im Anfang des 18. Jahrhunderts, die Ausgabe der Kontinental-
noten in Nordamerika, die Assignatenwirtschaft der Franzö
sischen Revolution (1789—1797) und die deutsche Inflation nach
dem Weltkrieg.
Der Schotte John Law suchte die Finanzverhältnisse Frankreichs zu sanie
ren, indem er in großer Menge Banknoten ausgab, die durch Verpfändung von
Grund und Boden gedeckt waren. Große Summen des französischen Volks-
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