Full text : Das Gemüse in der Kriegswirtschaft

gegeben  ist,  zurückgebliebMr,  iba  auch  in  beit  Großstädten  über  80  g
wöchentlich,  sonst  über  6214  g,  nirgends  verabreicht  worden  sind.
Der  Milchverbrauch  wurde  zuerst  durch  Bekanntmachung
vom  4.  November  1015  (RGBl.  S.  723)  eingeschränkt  und  geregelt. ­
  Nach  der  Regelung  vom  3.  Oktober  1010  kRGBl.  S.  1100)
kann  Vollmilch  außer  für  Kinder,  stillende  und  schwangere  trauen
und  Kranke  überhaupt  nicht  mebr  zur  Verabreichung  kommen,  und
auch  die  Abgabe  von  Magermilch  wurde  durch  Einfübrung  von
Karten  streng  geregelt.  Gegenüber  einem  DurckMrnttsverbrauch
im  Frieden  von  72  Litern  im  Adhre  bedeutete  dies  sedentalls
wieder  für  weite  Bevölkerunaskreise,  insbesondere  die  städtische
Bevölkerung,  fast  ganz  den  Ausfall  eines  gewohnten  Nahrungsmittels. ­

An  H  ü  ls  e  n  f  r  ü  cb  t  en  waren  im  Durchschnitt  der  Jahre
1912  und  1013  zur  menschlichen  Ernährung  rund  510  000  Tonnen
verwendet  worden,  von  denen  200  000  Tonnen  aus  der  inländischen
Ernte  stammten  und  310  000  Tonnen  aus  dem  Auslande  eingeführt ­
  worden  waren,  ü'vtrt  Wirtschgftsiahre  1915MR  hatte  die
bewirtschaftende  Stelle  aus  der  Inlandsernte  nur  25  000  Tonnen,
im  Wirtschaftssahr  1916/17  110  000  Tonnen  erfaßen  können,  allerdings ­
  nach  Abzug  der  den  Selbstversorgern  verbliebenen  Mengen*.
Wenn  nun  auch  die  Einfuhr  nach  anfangs  starkem  Rückgang
wieder  auf  beträchtliche  Höhe  gebracht  worden  war,  so  erhellt  doch
aus  den  angegebenen  Zahlen  schon,  daß  ein  erheblicher  Rückgang
in  der  zur  Vevrügung  stehenden  Menge  zu  verzeichnen  war,  wobei
noch  zu  berücksichtigen  bleibt,  daß  weitaus  den  Hauptteil  davon
das  Heer  erhalten  mußte.
Zu  diesen  Einschränkungen  im  Genuß  der  Hauvtnahrungsmittel
  kam  noch  die  einsetzende  Knappheit  an  vielen  anderen
Nahrungs-  und  Gennßmitteln,  an  Eiern,  Kolonialwaren  aller  Art,
besonders  Reis,  Obst  usw.  Betrachtet  man  diese  Entwicklung  im
Zusammenhang,  so  läßt  sich  unschwer  erkennen,  welche  Bedeutung
der  Gemüsekost  in  der  Gesamternährung  notwendig  zufallen  und
daß  eine  Vervielfältigung  des  Bedarfs  eintreten ­
  mußte,  die  mit  dem  Zehnfachen  kaum  zu
h  0  ch  a  n  g  e  n  0  m  m  e  n  w  i  r  d.

der  deutsckien  Er-Kriegswirtschgft",

            
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