Full text: Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?

schaffen usw. In der Sowjetunion gibt es keine Klasse, die an der 
nationalen Unterdrückung interessiert wäre. Daher fand man in der 
USSR. sehr bald die für alle annehmbaren Formen der nationalen 
Wechselbeziehungen. Die Union umfaßt eine Reihe selbständiger auto- 
nomer Republiken, die vereint werden durch den einmütigen Willen 
und Wunsch, den Sozialismus aufzubauen. Alle Streitfragen werden mit 
friedlichen Mitteln erledigt, nur selten gelangen sie an die oberen In- 
stanzen. Während in der kapitalistischen Welt der nationalistische 
Haß Orgien feiert, befindet sich die Sowjetunion in der Epoche eines 
friedlichen Nebeneinanderlebens der Nationalitäten und einer natio- 
nalen Wiedergeburt. Ist nicht schon Sese Tatsache geeignet, die Auf- 
merksamkeit auf die Oktoberrevolution zu lenken? Sie blieb auch von 
keiner Delegation unbeachtet. Die Delegierten, die nach dem Kau- 
kasus reisten (und sie haben fast alle den Kaukasus besucht) über- 
zeugten sich von der friedlichen Zusammenarbeit der zahlreichen kau- 
kasischen Volksstämme unter der Sowjetmacht. 
Im besonderen lenkte die tschechoslowakische Arbeiterdelegation 
ihre Aufmerksamkeit auf die nationale Frage. In der Tschecho- 
slowakei will der nationale Kampf nicht verebben, obwohl das alte 
Oesterreich nicht mehr besteht und die Tschechoslowakei eine demo- 
kratische Republik ist. In ihrem Aufrufe heißt es: 
„Wir sind zu der Ueberzeugung gelangt, daß das georgische Volk, 
ebenso wie alle die Sowjetunion bevölkernden Nationalitäten die 
vollste Selbständigkeit in jeder Hinsicht genießen, und daß die Natio- 
nalitätenfrage in einer Weise gelöst ist, wie es nur in einem sozialisti- 
schen Staat möglich ist, Von irgendeiner Bedrängung der nationalen 
Minderheiten ist keine Spur, vielmehr trägt das russische Volk, das 
volkswirtschaftlich, kulturell und zahlenmäßig stärker ist, zur all- 
seitigen materiellen und kulturellen Entwicklung der unter der zaristi- 
schen Herrschaft unterdrückten und zurückgebliebenen nationalen 
Minderheiten bei und hilft ihnen, gleichwertige Mitarbeiter in der Sache 
des Aufbaues der neuen sozialistischen Welt zu werden. Die tenden- 
ziösen Informationen der bürgerlichen Presse über angebliche Be- 
drängung der nationalen Minderheiten und über angeblichen Terror 
eines Häufleins Kommunisten über die erdrückende Mehrheit der Be- 
völkerung, sind boshafte Verleumdungen zum Zweck der Vorbereitung 
einer bewaffneten Intervention gegen die Sowjetunion zur Eroberung 
ihrer Naturschätze.”” (Aus dem Aufrufe an die Arbeiter und Bauern 
Georgiens, Aserbeidshans und Armeniens.) 
In ihrer gemeinsamen Erklärung bestätigen die tschechoslowaki- 
schen Delegierten diesen Standpunkt wie folgt: 
„Die Lösung des Nationalitätenproblems in der Sowjetunion kann 
als Muster für die ganze Welt betrachtet werden; jede Völkerschaft 
genießt Autonomie und die volle Möglichkeit allseitiger, selbständiger 
Entwicklung. Von nationaler Unterdrückung ist keine Rede, in den 
Aemtern und Schulen wird die Sprache der örtlichen Bevölkerung 
angewandt, Die großrussische Sprache ist außerhalb der RSFSR. nur 
im Verkehr zwischen den Bundesrepubliken allgemein gebräuchlich. 
Die Sowjetregierung unterstützt nach Kräften die kulturelle Ent- 
wicklung der einzelnen Nationalitäten, was schon daraus hervorgeht, 
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