namentlich infolge Vorherrschens landwirtschaftlicher Zurückgebliebenheit
und vom Kapitalismus überlieferter Industrie, die durch den imperialisti-
schen und den Bürgerkrieg zerrüttet wurde,‘ Die russischen Arbeiter ver-
stehen diese Hindernisse und arbeiten aufopferungsvoll am Wiederaufbau
der Volkswirtschaft, Alte Betriebe werden konzentriert und modernisiert,
gleichzeitig werden neue geschaffen, Ein großzügiges Elektrifizierungs-
programm wird verwirklicht. Die gesamte Volkswirtschaft wird durch den
Staat einheitlich planmäßig geleitet.
Während noch in den Jahren 1920/21 ein Wirtschaftszerfall zu ver-
zeichnen war, brachten die letzten vier Jahre einen gewaltigen Fortschritt,
der zum Unterschied von Hochkonjunkturen unter dem Kapitalismus gleich-
zeitig eine wirkliche Besserung in der Lage der Arbeiterschaft, eine Er-
höhung der Arbeitslöhne sowie Schaffung von Arbeitersanatorien, Kinder-
krippen, Klubs usw. brachte. In den kapitalistischen Ländern geschieht der
Wirtschaftsaufbau auf Kosten der Arbeiterschaft, ihrer Löhne und ihrer
sozialpolitischen Errungenschaften, Maßgebende genaue Daten zeigen, daß
im Jahre 1926 300000 Arbeiter in den Sowjetbetrieben neu eingestellt
werden sollen. Somit sinkt die Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenfürsorge
ist unvergleichlich höher gestellt als in kapitalistischen Ländern.
Die Sowjetwirtschaft ist noch nicht eine vollkommen sozialistische Wirt-
schaft, obgleich viele Branchen sich in bedeutendem Maße sozialistischen
Formen genähert haben, Als ganzes betrachtet ist die Sowjetwirtschaft eine
Uebergangsstufe zur reinen sozialistischen Planwirtschaft. Wenn die inter-
nationale Arbeiterschaft sich ihrer Pflichten gegenüber der Sowjetunion
bewußt sein, eine bewaffnete Intervention gegen die Sowjetunion nicht zu-
lassen wird, wenn ein Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen
der Sowjetunion und den übrigen Sowjetstaaten bestehen wird, so wird die
Verwirklichung der sozialistischen Wirtschaft beschleunigt.
Schon jetzt ist das russische Proletariat klassenbewußt genug, um eine
Wiederkehr kapitalistischer Wirtschaftsformen nicht zuzulassen. Die
russischen Gewerkschaftsorganisationen sind nicht nur Organe zum Schutz
der Arbeiterinteressen und zur Hebung des Lebensniveaus der Arbeiter-
schaft, sondern sie sind ausschlaggebende Teilnehmer am staatswirtschaft-
lichen und sozialpolitischen Leben, an der Gesetzgebung, an der geistigen
und körperlichen Erziehung der Arbeiterjugend. Die Betriebsräte sind
wirkliche entscheidende Faktoren in den Betrieben, ihre Befugnisse sind
weitaus größer als in allen übrigen Ländern, Gemeinsam mit den roten
Direktoren sorgen die Betriebsräte für eine richtige Wirtschaftsleitung und
für die Respektierung allgemeiner volkswirtschaftlicher Interessen. Die
Betriebsratswahlen vollziehen sich vollkommen frei, unter Teilnahme aller
Arbeiter, Der Betriebsrat verantwortet sich über jede Handlung vor der
Arbeiterschaft,
Die Sozialversicherung befindet sich auf musterhafter Höhe, die;
Krankenunterstützung entspricht unbedingt dem Durchschnittslohn. Die
Invaliden werden mit einer lebenslänglichen Pension in Höhe ihres früheren
Arbeitslohnes versorgt, Auch die anderen Formen der Sozialversicherung
sind durchaus befriedigend. Der Mutterschaftsschutz für Arbeiterinnen,
insbesondere die Entlohnung Schwangerer, sind in einer in der kapitalisti-
schen Welt unbekannten fortschrittlichen Weise geregelt. Der Arbeiter hat
nichts für Sozialversicherung zu zahlen. Die Abgaben hierfür werden vom
Staat bzw. von den privaten Betrieben getragen, Der Achtstundentag wird
restlos gewahrt. Bei Arbeit in gesundheitsschädlichen Betrieben ist, wie
für die Jugendlichen, der Sechsstundentag festgesetzt, Betriebsschüler
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