Full text : Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?

sozialistische Klassencharakter, dies alles zusammen, mit Sorgfalt gelehrt
und in der Armee gezüchtet, die Ausbildung der Rotarmisten zu qualifizierten
 Kräften für die friedliche Entwicklung der Industrie und Landwirtschaft,
 endlich die Friedensliebe der Sowjetregierung selbst, strafen alle
jene im Auslande verbreiteten Gerüchte Lügen, die von einem roten Imperialismus
 der. Sowjetregierung sprechen,
Freilich, die Rotarmisten genießen neben der Ausbildung für ihre friedliche
 Betätigung nach Beendigung der Militärdienstpflicht noch vorzügliche
Ausbildung in der Kriegstechnik, Die imperialistischen Mächte würden im
Falle eines Krieges gegen Sowjetrußland wahrscheinlich dieselben Enttäuschungen
 erleben, die sie in ihren Hoffnungen auf den wirtschaftlichen
Zusammenbruch der Sowjetunion zu verzeichnen haben,
Aber die Arbeiterklasse in den anderen Ländern darf und wird ihre
russischen Brüder im Kampfe gegen den Weltkapitalismus nicht allein stehen
lassen. Zu eng ist das Schicksal des Proletariats der ganzen Welt mit dem
‚Schicksal Sowjetrußlands verbunden. Wenn immer wieder versucht wird,
gegen Rußland zu hetzen und einen neuen Völkerkrieg zur Niederwerfung
Sowjetrußlands zu provozieren, so ist es heiligste Pflicht der internationalen
Arbeiterklasse, gegen diese Versuche den einheitlichen Abwehrkampf zu
organisieren. Die Voraussetzungen zu einem erfolgreichen Abwehrkampf
liegen in der Bildung einer einheitlichen, kampftüchtigen Gewerkschaftsinternationale,
 Daß in der russischen Arbeiterklasse der sehnliche Wunsch
und der aufrichtige Wille, diese notwendige Einheit zu bilden, vorhanden
ist, davon konnte sich die Delegation gründlich überzeugen,
In der Stunde unserer Abreise aus dem Lande der befreiten Arbeiterklasse
 verpflichten wir uns feierlich, für die Herstellung einer internationalen
Einheitsfront des Proletariats unentwegt zu kämpfen,
Die Arbeiterklasse des Auslandes hat gefehlt, als sie an dem revolutionären
 Proletariat der Sowjetunion zweifelte. Nach unserer Rückkehr
nach Oesterreich werden wir den österreichischen Proletariern helfen, den
Glauben an ihre Sowjetbrüder zu gewinnen,
Es lebe die Arbeiterschaft und die Bauern der Sowjetunion!
Es lebe die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken!
Es lebe die Einheitsfront des internationalen Proletariats!
Minsk, 1, April 1926,
Die österreichischen Arbeiterdelegierten:
Honner.  Pizl Josef. Fiala Friedrich. Burian Johann. Aigner.
Julius Farkas. Rudolf Zika. Adolf Rassinger, Stachl. Troost
Marie. Ferd. Larres. Markl. A. Meyer.
Aufruf der Internationalen
Jungarbeiterdelegationen an das Jungproletariat aller Länder
Die unterzeichneten vier Arbeiterjugenddelegationen, die von tausenden
jungen Arbeitern aus den Betrieben und vom Lande nach Sowjetrußland
gesandt wurden, haben mit großem Interesse und Sorgfalt die Sowjetunion
bereist, Wir wenden uns nun an Euch, um Euch allen das zu erzählen, was
wir gesehen haben, und um zugleich an Euch einen dringenden Ruf zu richten.
\ Wir kamen aus Ländern, in denen die Arbeiterklasse und insbesondere
die Jugend furchtbar ausgebeutet ist, den Ländern, in denen die Diktatur
der Bourgeoisie herrscht, in denen der weiße Terror gegen die Proletarier

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