Aus dem sich für ‚die Aktiven ergebenden Mehrwert von ca 6,8 Milli. $
geht nur hervor, daß in die Bilanzen unrealisierbare Werte eingesetzt wurden.
Zum Vergleich geben wir im folgenden die Monatsziffern der Passiven für
eine Reihe früherer Jahre:
1000 $ 1908 1909 1910 1911 1912
Januar X ale LE 687 4153 2.490 4.577 3.132
Februar kB Ch 3.720 2 664 1473 10.102 14 307
MATZy NE 4 130 5111 5921 11:307 9 460
April . : Z 9012 2.084 4 206 5275 8179
Mais U 5:976 „970 3:196 8 627 71%
Juni” a . 2,271 2.763 4 995 8313 4 593
Tal d 2 549 2856 2773 3782 7520
August; S 2.243 2.185 4 535 3.062 3 444
September . 3.085 3:037 3510 2462 6 043
Oktober u Ge 807 3 445 2.247 3785 7977
November ua b412 1:320 4 471 4 855 5.215
Dezember. 5. 04 18EM u01 952 5 802 2212 5559
Jahressumme 37 410 31 546 45 624 63 325 82 428
Hieraus ergibt sich, daß die Zahlungseinstellungen im ersten Halbjahr 1913
bereits einen Umfang erreicht haben, der frühere Jahressummen übertrifft
und ‚derjenigen des Vorjahres sehr nahe kommt. Man kann über die
wirtschaftliche Bedeutung oder die voraussichtliche Dauer der gegenwärtigen
Depression streiten, — und es ist möglich, daß sich in den nächsten
Monaten schon die Lage wieder bessert, — das Bestehen ungesunder
Verhältnisse kann aber angesichts vorstehender Zahlen für den Augenblick
nicht geleugnet werden.
Ueber ‚die Gestaltung der Lage in der nächsten Zukunft sind die
Meinungen geteilt. Auf der einen Seite hält man die gegenwärtige Depression
für einen Gesundungsprozeß, der bisher. relativ ruhig verlief. Man glaubt,
daß dank der letzten guten Ernte das. schlimmste verhütet sei, zumal da die
finanzielle Lage des Landes, wie sie in den Währungs- und Kursverhältnisser
zum Ausdruck kommt, durchaus günstig ist; andererseits ist man der Ansicht,
daß der Rückschlag auf. die zum Teil zu rasche Entwicklung der letzten
Jahre noch lange nicht zu Ende ist. Ob in der Folge weitere krisenhafte
Erscheinungen auftreten, soll von der Entwicklung der Verhältnisse auf dem
internationalen Geldmarkt und auch wieder von dem Ausfall der nächsten
Ernte abhängen, der bisher noch nicht zu übersehen ist,
Der Abschluß für das erste Halbjahr ist glücklich vorüber, und sämt-
liche Banken stimmen darin überein, daß er sich ohne Schwierigkeiten voll“
Zoll- _ zogen hat. Die Zolleinnahmen zeigen im ganzen eine erhebliche Zunahm®
einnahmen, gegenüber dem Vorjahre (während der ersten fünf Monate um über elf Mil-
lionen Pesos), doch ist hierbei charakteristisch, daß die Mehreinnahmen im
laufenden Jahre von Monat zu Monat zurückgegangen sind. Sie betruger
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