Full text: Die technischen Hilfsmittel für den Transport zu Wasser und zu Lande von Fleisch in gekühltem und gefrorenem Zustande

im Januar über vier Millionen Pesos, indessen wies der Mai gegenüber. dem 
gleichen Monat des Vorjahres einen Rückgang von über 185 000 $ auf. — 
[n Handelskreisen herrscht überall eine merkliche Zurückhaltung in der Er- 
teilung von Aufträgen, und der Geldmangel macht sich allenthalben fühlbar. 
Dabei bleibt die Handelsbilanz mit ihrem beträchtlichen Ausfuhrüberschuß 
für Argentinien dauernd günstig, in der Konversionskasse häuft sich das 
Gold, die Aussat der neuen Ernte hat sich unter günstigen Bedingungen 
vollzogen, kurz — sämtliche Faktoren für eine glänzende wirtschaftliche 
Weiterentwicklung scheinen gegeben. Trotzdem schweigen die Stimmen 
nicht, die von einer latenten Krisis reden. Die Schuld hierfür wird von Bankpolitik. 
einigen auch den Banken gegeben, in erster Linie der Bank der Nation, 
deren Reserven weit stärker seien, als vom Gesetz vorgeschrieben und als 
es der dem Lande beständig zufließende Geldstrom notwendig erscheinen 
lasse. Diese Politik ist der Nationalbank jedoch durch die Lage aufgezwungen 
und kennzeichnet die für angezeigt erachtete Vorsicht, welche die zur Be- 
kämpfung‘ irgendwelcher Eventualitäten notwendigen Mittel rechtzeitig bereit- 
stellt. - Schon der Bankbericht über das Vorjahr hatte diese Vorbeugungs- 
maßregeln ausgewiesen, die von der in jener Periode eingetretenen Säuberung 
des Handels von schwachen Elementen geboten erschienen, die aber zugleich 
auch für die übrigen Handelskreise zur Folge hatten, daß die Weiter- 
entwicklung‘ ihrer Transaktionen beschränkt wurde. Im genannten Jahres- 
bericht hatte das Direktorium die Hoffnung ausgesprochen, daß angesichts 
der guten Ernte und des wachsenden Nationalreichtums die Kreditbeschränkung 
allmählich aufgehoben und das Geschäft wieder in normale Bahnen gelenkt 
werden könne. Die letzten monatlichen Bankausweise lassen jedoch erkennen, 
daß diese Aussicht nicht in Erfüllung gegangen ist, und daß die durch die 
Überspekulation geschaffene Lage anhält. 
Die Kassenbestände der argentinischen Banken betrugen in den letzten Status der 
Monaten durchschnittlich ca. 38 % ihrer Depositen. Bei den Privatbanken Den 
des Landes weist die Gesamtsumme der Depositen einen ständigen Rück- ) 
gang auf, der darauf zurückzuführen ist, daß viele Kapitalisten aus über- 
großer Vorsicht ihre Gelder abhoben. Größeren Umfang erreichten diese 
Rückforderungen bei der Galizischen Bank, die im Mai 15% des Betrages 
ihrer im April ausgewiesenen Depositen zurückzahlen mußte, ebenso nahmen 
bei der Spanischen Bank die Depotbestände im Mai und im Juni um je 
81/, Millionen $ ab, doch konnten dies beide Banken durchführen, ohne 
Schließlich ihren Kassenbestand zu schwächen; allerdings mußten sie dafür 
ihr Darlehensgeschäft entsprechend einschränken, Der Status der fremden 
Banken blieb von dieser Bewegung fast unberührt, dagegen sahen auch sie 
Sich veranlaßt, ihre Barbestände zu verstärken. Nur die Bank der Nation 
konnte einen ständigen Zuwachs ihrer Depositen verzeichnen, allein im 
Juni im Betrage von über 24 Millionen $, doch entfällt ein sehr großer 
Teil hiervon auf die Barbestände, die von den übrigen Banken bei ihr als 
dem Clearinghaus gehalten werden. Die Bank der Nation übt seit Beginn 
197
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.