des Jahres die Funktion eines solchen aus und. die 17 bedeutendsten Institute
des Landes haben sich dem Verkehr angeschlossen. Die allgemeine Ge-
schäftslage brachte es mit sich, daß die Banken sich genötigt sahen, auch
für die geordnete Abwicklung der Abrechnung größere Barbestände zu
reservieren. Bei einer Besserung der Verhältnisse wird die Möglichkeit,
die hier und in den eigenen Kassen festgehaltenen Gelder freizugeben, zu
einer raschen Gesundung der finanziellen Lage beitragen.
Umlaufs- Auffallend ist die Zunahme des im freien Verkehr befindlichen Papicr-
mittel. oldes, sie betrug Ende Juni 119,7 Millionen Pesos mehr als im gleichen
Zeitpunkt des Vorjahres, ohne daß für eine Vermehrung der im Umlauf be-
findlichen Zahlungsmittel eine entsprechende wirtschaftliche Notwendigkeit
vorgelegen hätte. Die in der Republik im Umlauf befindlichen Zahlungsmittel
betrugen. am 30. Juni 898 778 209 $.
Konversions- Der . Juniabschluß der Konversionskasse hat einen Bestand ‚von
kasse, 966 548 864,67 $ Gold ergeben, der höchste Goldvorrat, der bisher in der
Kasse gewesen ist. Seit Ende Dezember 1912 hat er um 43 673 334,01 $
Gold zugenommen. Diese Vermehrung vollzog sich zum allergrößten Teil
in den ersten drei Monaten des Jahres, während seit April die Zunahme
nur noch verhältnismäßig unbedeutend war.
Mit dem steten Anwachsen des Goldschatzes in der Konversionskasse
mehren sich die Pläne und Vorschläge, wie diese, festliegenden Werte neben
ihrem Hauptzweck, der Konsolidation der Währung, zum Nutzen des argen-
tinischen Wirtschaftslebens Verwendung finden könnten. So hat kürzlich
der frühere Direktor des Banco Espanol del Rio de la Plata, Herr Augusto
J. Coelho, unter dem Titel „Los Problemas Econömicos de la Repüblica
Prospekt eines Argentina; La Emisiön Fiduciaria y el Redescuento“ einen Gedanken zur
„staatlichen Besprechung gestellt, der die Aufmerksamkeit, und wie vorangeschickt sei,
Wr auch den Widerspruch weiter Kreise erregt hat. Herr Coelho geht von
instituts. folgenden: Voraussetzungen aus: Die Rediskontierung von Wechseln durch
ein Zentralinstitut ist eine Notwendigkeit für das Banksystem Argentiniens.
Das Bedürfnis wird von seiten der Banken wohl anerkannt, doch scheuen
sie sich, dies öffentlich auszusprechen, da dies ihnen von seiten des Publikums
als Zeichen der Schwäche ihrer Fundierung ausgelegt werden könnte. Man
hat wiederholt vorgeschlagen, daß ‚die Bank der Nation die Portefeuilles
der übrigen Banken rediskontieren solle, dem steht jedoch die Eigenschaft
dieses Unternehmens als ‚privates Kreditinstitut entgegen, welche die übrige?
Banken abhält, die Bank der Nation in die Geheimnisse ihrer Portefeuilles®
einzuweihen und ihr auf diese Weise den geschäftlichen Wettbewerb zu
erleichtern.
Von seiner früheren Ansicht, daß die Bank der Nation in ein Emissions”
und Rediskont-Institut umgewandelt werden könne, ist Herr Coelho zurück”
gekommen, da die Bank den Geschäftszweig des Personalkredits zu seht
ausgebreitet hat, um ihn noch aufgeben zu können, ohne gefährliche
Schwankungen: im gesamten wirtschaftlichen Organismus der Republik
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