hervorzurufen. Eigentlich, so behauptet er, darf ein Staatsinstitut gar nicht
dazu da sein, um selbst Kredit zu gewähren und auf diese Weise Geschäfte
zu machen, sondern es muß den Privatbanken den Rückhalt und die Mittel
verschaffen, damit diese die Verbreitung des Kredits bis in seine feinsten
Zweige durchführen können. Einer’ so gearteten Staatsbank würden die
privaten Kreditinstitute ohne weiteres die Geheimnisse ihrer Portefeuilles.
anvertrauen. Da nun aber die Bank der Nation diese Mission nicht durchführen
kann, muß folglich die Schaffung einer neuen Organisation ins Auge
gefaßt werden, die sich ausschließlich dem Rediskontgeschäft zu widmen
hat. Eine solche Rediskontbauk könnte beispielsweise mit einem Kapital
von 100 Millionen Pesos Gold gegründet werden, für welchen Betrag
41/„ prozentige Staatspapiere zu emittieren wären. Berücksichtigt man
indessen die hiermit notwendigerweise verbundenen Ausgaben der Emission,
der Amortisation und der Verwaltung, so stellt sich heraus, daß das Kapital,
mit dem das Rediskontgeschäft betrieben werden Soll, der Regierung jährlich
über 6% Zinsen kostet. Der für die Rediskontierung zu berechnende
Zinssatz müsse also mindestens 61/, % betragen, d.h. er ist zu. hoch,
um die Rediskontierung noch möglich zu machen. Überdies würde
die Ueberführung auch nur der Hälfte des Kapitals eines derartigen
Instituts in den Kreditmarkt den Diskontsatz sofort sınken lassen.
Die erste Wirkung der Einrichtung einer Rediskontbank in Argentinien
würde die Herabsetzung der Kassenbestände in den Privatbanken sein. Nach
den Zahlen vom 31. Dezember 1912 beliefen sich die Depositen' in den verschiedenen
Banken mit Ausschluß des Banco de la Naciön auf 441 Millionen
Pesos Gold und die Kassenbestände auf 140 Millionen Pesos Gold, es waren
also 31,74% der Depots als Kassenbestände vorhanden. Mit Hilfe der
Rediskontierung würden die Banken zweifellos ihre Kreditgeschäfte vergrößern
und den Kassenbestand auf 10% der Depositen reduzieren. Allein
durch die Gründung der Bank würden mithin schon 96 Millionen Pesos
Gold für Kreditgeschäfte verfügbar werden, ohne daß die. Rediskontierung
selbst in Wirksamkeit getreten ist. Auch aus einem andern Grunde kann
aber eine staatliche Rediskontbank mit einem Kapital von 100 Millionen
Pesos Gold ihren Zweck nicht erfüllen: der Betrag der Portefeuilles der
Privatbanken belief sich am 31. Dezember 1912 auf 674 Millionen Pesos
Gold, wozu noch das Portefeuille des Banco de la Naciön mit 185 Millionen
Pesos Gold kam. Das Kapital der Rediskontbank wäre mithin viel zu gering
und könnte nur einen verhältnismäßig kleinen Teil des Portefeuilles der
Banken rediskontieren.
Eine Rediskontbank der beschriebenen Art kann also ihre Funktion
nicht erfüllen, da ihr das notwendige Kapital zu teuer kommt. Herr Coelho
weist daher auf einen Goldschatz hin, der unbenutzt daliege und für diesen
Zweck wohl verwendet werden könne, nämlich auf den Bestand der Konversiöonskasse.
Die Lehre von der Unangreifbarkeit dieses Goldbestandes
sei widersinnig, denn wenn auch die Organisation der Kasse_es verbiete,
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