Jahre 1912 übernahm es Argentinien, nach ‚der. Durchführung der not-
wendigen Vorarbeiten die Eisenbahnlinie ‚Central Norte von La Quiaca
bis Tupiza auszubauen, wobei Bolivien das Recht erhielt, den.bolivianischen
Teil der Linie jederzeit. zum, Selbstkostenpreise zu erwerben. —. In dem
Abkommen. von 1906 verpflichtete sich die argentinische Regierung, von
einem Punkt. der Grenze. in. der Nähe von Yacuiba anfangend, die Vor-
studien für. eine Linie. auf bolivianischem Gebiet. bis, Santa ‚Cruz de. la
Sierra durchzuführen, während die bolivianische Regierung es‘ übernahm,
für: die Linie von. .La. Quiaca nach Potosi über Cotagaita und Caiza die
Vorarbeiten zu machen. Diese Vereinbarung bestimmte ferner, daß die
argentinische Regierung nach Fertigstellung ‚der Linie Central Norte ı bis
Yacuiba auf ihre Kosten. die Verlängerung derselben bis 100 km. in der
Richtung auf Santa Cruz de la Sierra übernimmt und die Verzinsung des
Kapitals, das für den; Rest, der Linie bis, Santa. Cruz aufzuwenden ..ist,
garantiert. Dagegen durfte Bolivien den Bau keiner Eisenbahnlinie ge-
statten» die von irgend einem Punkt der Linie zwischen La Quiaca und
Potosi nach Westen führte, solange als es das volle Eigentumsrecht an. der
Linie La Quiaca—Tupiza noch nicht erworben hatte. Die schnelle, Ent-
wickelung der. wirtschaftlichen Kräfte Argentiniens im, ersten, Jahrzehnt
des Jahrhunderts ‚nahm aber, alle zur Verfügung. stehenden Mittel
für näherliegende Aufgaben in Anspruch, und diese weitausschauenden
internationalen: Verkehrsprojekte wurden zunächst zurückgestellt; auch die
Trübung des Verhältnisses zwischen Argentinien und Bolivien wirkte dabei mit.
Zu. Anfang ‚des Jahres, gelang es dem Vertreter Boliviens, General
Ismael Montes, in London. durch Vermittlung eines englischen Syndikats
eine Anleihe in Höhe von. einer Million Lstr., für den, Bau der Bahn
La Quiaca — Tupiza aufzunehmen. Nach dem neuen zwischen Argentinien
und. Bolivien geschlossenen Abkommen trägt letzteres die Kosten für dem
Bau dieser Linie allein. — Die Eisenbahnpolitik Argentiniens ist damit im
Nordwesten des Landes zu einem gewissen Abschluß gelangt, denn wenn
die neue Linie erst mit der von Uyuni nach Tupiza vereinigt ist, wird sich
der wirtschaftliche Einfluß Argentiniens auf die bolivianischen Departements
von Chuquisaca und Potosi einerseits und auf die von La Paz, Cochabamba
und Öruro andererseits ausdehnen, außerdem wird dann die Verbindung
mit der pazifischen Küste hergestellt sein. Letzterer Transportweg dürfte
für Nordargentinien größere Bedeutung erlangen, wenn an der Westküste
der mit der Eröffnung des Panamakanals erwartete Aufschwung eingetreten ist-
Direkter Im Gebiet, der Eisenbahngesellschaft Nordeste Argentino wird gegen
RAN Ende des Jahres der Trajektverkehr zwischen Posadas und Villa Encarnaci6m
eröffnet werden. Damit ist eine direkte Bahnlinie zwischen Buenos Aires
und Asuncion vollendet, die besonders für die weitere Entwicklung vor
Paraguay: große Bedeutung erlangen wird. — Über die ‚sich aus. dem neue»
Verkehrswege ergebenden Möglichkeiten einer vereinfachten Verzollung ist
bereitsim Mai dieses Jahres zwischen den beiderseitigen Regierungen ein Vertrag
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