Projekt, Die Deputiertenkammer genehmigte in ihrer Sitzung. vom 13. September
Mollard. gas Projekt des Ingenieurs Mollard, betreffend Ausnützung der Wasser-
kräfte des Rio Uruguay und Schiffbarmachung seines oberen Stromlaufes,
Das Gefälle des Flusses soll in einer großen Elektrizitäts-Überlandzentrale
nutzbar gemacht werden, und durch Regulierung des Stromlaufes will man
gleichzeitig die Schiffbarmachung bis zur brasilianischen Grenze ‘die
Beseitigung der periodischen Überschwemmungen und in Verbindung da-
mit die Bewässerung eines großen Teils der Provinz Entre Rios erreichen.
Die Kosten des Werkes werden auf 16225000 $ Gold veranschlagt, zu
denen die beteiligten Staaten Argentinien, Brasilien und Uruguay ent-
sprechend dem Nutzen beitragen sollen, der sich für sie aus der Durch-
führung des Unternehmens ergibt. Demnach entfallen auf Argentinien sechs
Zehntel, auf Brasilien drei Zehntel und auf Uruguay ein Zehntel der auf
13 300.000$ Gold veranschlagten staatlichen Beihilfe.
Der gegen die Beitragsleistung seitens des Staates geltend gemachte
Finanzielle Einwand, die finanzielle Lage des Landes sei ungünstig und würde durch
Tage, Übernehmen dieser Verpflichtung weiter verschlechtert, gab dem neuen
Finanzminister Dr. Anadön Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß der Etat
der Republik in den 11 Jahren von 1902 bis 1912 won 180 auf über
400 Millionen Pesos angewachsen sei, daß die Staatseinnahmen entsprechend
zugenommen hätten, und daß die argentinische öffentliche Schuld; d: h.
die auswärtigen und inneren Goldanleihen, nur auf 58 Millionen und die
inneren Papieranleihen auf 83 Millionen Pesos angewachsen seien, was
einer jährlichen Zunahme von ca. 5 Millionen Pesos bei der Goldschuld
und von 17 Millionen bei der Papierschuld gleichkommt. Diese verhältnis-
mäßig geringe Zunahme, trotz reichlicher neuer Emissionen sei auf starke
Amortisationen zurückzuführen, und trotz der momentanen, auf auswärtigen
Einflüssen beruhenden finanziellen Schwierigkeiten stiegen die Staatsein-
nahmen weiter und überschritten zurzeit den Voranschlag um 20 Millionen,
so daß von einer schlechten Lage .der Staatsfinanzen nicht gesprochen
werden könne.
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Druck von PASS & GARLEB G. m. b. H., Berlin W. 57, Bülowstr. 66.