auf 2368 511 Rinderviertel.. Im Jahre 1909 erwarb die gleiche Gesellschaft
die Gefrierfleischanstalt „La Blanca“ und die Ausfuhr zeigte von Jahr zu
Jahr steigende Ziffern, 1912: 4356 254 Rinderviertel.
Preisbeschrän- Hieraus ergibt sich, daß im Jahre 1906 die sieben bestehenden Fleischkung
durch gefrjeranstalten, die damals ausschließlich anglo-argentinischen Gesellschaften
anglo-argen- % . . - ®
tinische Ge- gehörten, ein Uebereinkommen zwecks Einschränkung der Schlachtungen
sellschaften. trafen, daß auch getreulich eingehalten wurde: „Sie schufen eine Art
modus vivendi, beinahe einen Trust, um ihre Arbeiten mit positivem Nutzen
ausführen zu können, und setzten eine Maximalgrenze für den Preis der
Rinder (novillos) fest; infolgedessen erreichten damals unsere novillos niemals
höhere Preise als 80, 90 und ausnahmsweise 100 $.”)
Das Eingreifen der Swift Packing Co. verhinderte die Fortsetzung dieser
Politik und im Jahre 1910 zahlte man im Durchschnitt 125 $ für den novillo.
Sobald die Industrie also durch keine Abmachungen mehr beschränkt war,
wurde der Rindviehbestand des Landes voll ausgenützt.
Das Eingreifen der Nordamerikaner ist auch nach anderer Richtung hin
von Nutzen gewesen: obwohl die Schlachtungen schließlich doppelt so groß
wurden wie im Jahre 1907, wurde doch der Wert des ausgeführten Produktes
beträchtlich gesteigert. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die
nordamerikanischen Gefrierfleischanstalten überwiegend Kühlfleisch an Stelle
von Gefrierfleisch herstellten, das unter normalen Umständen 20 bis 25%
weniger wert ist als jenes. Die anglo-argentinischen Gesellschaften dagegen
fuhren fort, in größerer Menge Gefrierfleisch zu exportieren, mit alleiniger
Ausnahme der Gefrierfleischanstalt „Las Palmas“, die im Jahre 1910 einmal
mehr Kühlfleisch als Gefrierfleisch exportierte. ‚Auch in den, aufgekauften
älteren Gefrierfleischanstalten gingen die Nordamerikaner stets sofort
nach der Übernahme zur überwiegenden Kühlfleischproduktion über. Die
Tätigkeit der Nordamerikaner auf diesem Gebiet ist also bisher für die Republik
von großem Nutzen gewesen, denn sie hatte eine bessere Ausnutzung
des Rindviehbestandes und eine Wertsteigerung der Ausfuhr zur Folge, wodurch
wieder‘ höhere Viehpreise angelegt werden konnten.
Abkommen Der beginnende Wettbewerb zwischen den nordamerikanischen und
Von 29T anglo-argentinischen Fleischanstalten schädigte natürlich die letzteren nicht
unbeträchtlich, da sie nunmehr gezwungen waren, das Vieh teurer zu bezahlen
und das Fleisch auf dem ‚englischen. Markt billiger zu verkaufen,
entsprechend der gesteigerten Ausfuhr von Kühlfleisch. Der Konkurrenzkampf
zwischen beiden Gruppen erreichte im zweiten Halbjahr 1911 seinen
Höhepunkt; die anglo-argentinischen Gesellschaften sahen sich schließlich
durch die Maßnahmen der Nordamerikaner derartig in ihrer Tätigkeit beschränkt,
daß sie nach kurzem Kampfe die ihnen angebotenen Bedingungen
*) Anm. Erklärung des Ackerbauministers in der Sitzung der Deputiertenkammer
vom 25, Juni 1913 bei Beantwortung der Interpellation des Deputierten
J. J. Atencio über den „Fleischtrust“.
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