Schlachthof- Einen neuen Schlachthof in Liniers will die Stadtverwaltung von
Neubau. Buenos Aires errichten, da die gegenwärtig vorhandenen Einrichtungen un-
zureichend sind. Ein bezüglicher Kommissionsbericht liegt dem Verwaltungs-
rate der Stadt vor, in welchem der Bau eines neuen öffentlichen Schlachthofes
auf einem anstoßenden Grundstück beantragt wird, d.h. auf dem ‚von den
Straßen San Fernando, Avenida Alberdi, Coronel Cäfdenas und Merlo ge-
bildeten Block von 233453 qm Grundfläche. Die Kosten des neuen Schlacht-
hofes werden auf 4 Millionen Pesos veranschlagt und die Einrichtungen des
alten sollen für den vorerwähnten allgemeinen Viehmarkt verwendet werden,
Neuer ‚Zur Versorgung von Buenos Aires mit billigem Fleisch‘ soll ein anderes
Frigorifico. {7nternehmen beitragen, nämlich eine neue Fleischgefrieranstalt in der
Provinz Corrientes. Der dortigen sehr bedeutenden Viehzucht fehlt es
bisher an einem. Mittel zur entsprechenden Verwertung ihrer Produkte und
ein Rind wird infolgedessen dort nur mit der Hälfte des Preises bezahlt,
der in anderen zu den zentralen Märkten günstiger gelegenen Gegenden
dafür erzielt werden kann. Daher wird erwartet, daß unter der Wirkung
der so geschaffenen neuen Zufuhr die Fleischpreise in der Hauptstadt, die
unter dem Einfluß der Konkurrenz des Exportbedarfs sehr hoch geschraubt
sind, entsprechend zurückgehen‘ werden. Die Regierung beabsichtigt, das
Unternehmen durch eine einmalige Prämie von 250000 $ Gold und durch
ein hypothekarisch sicherzustellendes Darlehn auf 15 Jahre von 750000 $ Gold
zu. unterstützen.
Rechtsver- Die Rechtsverhältnisse in Argentinien werden immer wieder
hältnisse, as tnoch verbesserungsbedürftig bezeichnet, wenn in den letzten Jahren auch
vielfach“ Fortschritte« inuder Rechtsprechung festzustellen sind. Die argen-
tinische Presse selbst übt hieran eine oft scharfe Kritik und fordert in erster
Linie. eine Beschleunigung und Verbilligung des Verfahrens, denn die
Langwierigkeit der Prozesse, die enorme Gerichtskosten und entsprechend
hohe Advokatenrechnungen verursacht, hält den Verfechter einer sonst
guten‘ Sache vielfach ab, . ein gerichtliches Verfahren anhängig zu machen,
und läßt es ihm. geratener erscheinen, mit dem Gegner ein wenn auch
nachteiliges Abkommen zu treffen. Insbesondere wird darüber geklagt, daß
der Gläubiger einen wirkungsvollen Schutz seiner Interessen sehr oft ent-
behren muß, da die Rechtsprechung durch ein scharfes Vorgehen gegen
die‘ Urheber mißlungener Unternehmungen der Entfaltung des Unter-
nehmungsgeistes anscheinend. hinderlich zu ‘sein fürchtet. Im Anschluß
daran seien die Mitteilungen wiedergegeben, die das Kaiserliche General-
konsulat' in Buenos Aires kürzlich über den Gang des Konkursver-
Konkursver- fahrens in Argentinien gemacht hat:
Sn Sobald der Schuldner oder einer seiner Gläubiger bei dem für den
Wohnort des Schuldners zuständigen Gericht die Einleitung des Kon-
kursverfahrens beantragt hat, ernennt das Gericht zwei Gläubiger zu
„Interventoren“, die die Geschäftsführung in Vertretung aller Gläubiger
übernehmen sollen, und einen vereidieten Rechnung ssachverständigen
DIL