Metadata : Wirtschaft als Leben

Anhang,  XIV.

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Forschung,  die  in  ihrem  Dienste  steht,  muß  es  der  historische  ^Erkenntnis ­
  jedenfalls  zugestanden  werden,  daß  sie  der  Aufgabe,  den  Geschehenszusammenhang ­
  der  Geschichte  aufzurollen,  im  Prinzipe  gerecht
wird.  DieLeistung,  die  sie  fördert,  liegt  auf  dem  geraden
Wege  zum  Ideal  der  Leistung.  Wenn  dieses  Ideal  auch  stets
unerfüllt  bleiben  muß,  die  Annäherung  daran  ist  an  der  Hand  der
historischen  Forschung  ohne  Obergrenze  möglich.  Gleiches  gilt  auch
für  die  Einzelheiten  des  erschlossenen  Geschehens.  Eine  absolute
Gewißheit  ist  da  niemals  zu  erzielen;  aber  bei  der  ungeheuren  Fülle
der  Beziehungen,  nach  denen  sich  ein  vom  Boden  der  Denkgesetze
aus  erfaßliches  Geschehen  ermitteln  läßt,  ist  die  historische  Erkenntnis ­
  allemal  eine  Annäherung  an  das  absolut  Gewisse; ­
  eine  Annäherung,  die  sich  im  asymptotischen  Sinne  bis  ins  ungemessene ­
  steigern  läßt.  So  rechtfertigt  sich  der  Stolz,  mit  dem  die
Historie  nur  darauf  Anspruch  erhebt,  zu  sagen,  „was  geschehen  ist
und  wie  es  sich  zugetragen  hat“  1

XIV.
Nun  zur  metahistorische«  Erkenntnis  und  ihrem  Beruf  gegenüber
  dem  großen  Kausalzusammenhang  der  Erschein
gen.  Gerade  vom  orthodox-naturwissenschaftlichen  Sta ^P unk te  aus
läge  der  Einwand  nahe,  daß  wir  gar  kein  Interesse  hatten  d^en
Kausalzusammenhang  inhaltlich  aufzurollen.  Unser  Interesse
schon  daraufhin  befriedigt,  daß  man  alle  Entwicklungsgesetze  und
dergleichen  zu  ermitteln  sucht,  die  schließlich  jene  „WdAnnd  auf
stellen  ließen,  mit  der  jener  ganze  Zusammenhang  gleichsam  in  «nem
Griff  erfaßbar  würde.  Dieser  Anschauung  ist  W1  n  d  e  1
klassischen  Vortrag  „Geschichte  und  Naturwissenschaft  entgegenge
treten.  Hier  braucht  ich  nicht  näher  darauf  emzugehem  Wurde  ja
der  fragliche  Einwand  von  vornherein  der  Metahistorie
schaftlichen  Ernst  absprechen,  oder  doch  wenigstens  allen  Beruf,
Schluß  über  die  Vergangenheit  zu  erbringen.
Jener  große  Kausalzusammenhang  der  Erscheinungen  ist  uns,zunächst ­
  wenigstens,  ein  Ding  der  bloßen  Vorstellung.  Aber
schon  dabei  sehen  wir  klar  genug,  um  es  außer  Zweifel  zu  stellen,
daß  eine  Aufrollung  jenes  Zusammenhanges,  wenn  sie  u  er  aup  ™°‘=>
lieh  ist,  auch  nur  unter  äußerster  Einschränkung  möglich
wäre.  Um  dies  noch  besser  einzusehen,  brauchen  wir  uns  nur  en
Versuch  auszumalen,  irgendein  erlebtes  Geschehen,  eine  schlichte  Be-
            
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