Full text : Die deutsche Ölmüllerei

2.  Die  Änderungen  in  der  Technik  der  Ölerzeugung.

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2.  der  Druck  in  der  Presse  allmählich  zunehmen  muß,  während ­
  der  Preßraum  langsam  abnimmt,  damit  das  Öl  Zeit
zum  Abfließen  hat  und
3.  der  Druck  gegen  das  Ende  der  Pressung  gleichmäßig
bleiben  muß,  obwohl  das  Volumen  der  Rückstände  sich
noch  immer,  wenn  auch  langsam,  verringert.
Diese  Aufgaben  fallen  im  wesentlichen  den  Vorrichtungen
zu,  welche  die  Druckflüssigkeit  zur  Presse  liefern,  also  den
Pumpen.  Diese  müssen  demnach  so  eingerichtet  sein,  daß
sie  anfangs  eine  größere  Menge  Druckflüssigkeit  von  geringem ­
  Druck  abgeben,  später  aber  eine  kleinere  von  höherem
Druck.  Mit  einer  einzigen  einfachen  Saug-  und  Druckpumpe, ­
  wie,  sie  Bramah  1795  verwandte,  ließ  sich  diese  Aufgabe ­
  natürlich  nicht  erfüllen,  sollten  sich  daher  die  hydraulischen ­
  Pressen  in  der  Ölmüllerei  einführen,  so  mußte  man
Pumpen  bzw.  Pumpwerke  konstruieren,  welche  den  obigen  Anforderungen ­
  gerecht  wurden.  Auch  dies  gelang  bald,  und  zwar
half  man  sich  in  einfacher  Weise  durch  Anbringung  einer  zweiten
Pumpe  von  größerem  Kolbendurchmesser.  So  lange  der  Widerstand ­
  des  Preßmaterials  noch  gering  war,  ließ  man  beide  Pumpenkolben ­
  arbeiten,  was  bei  einerlei  Hub  dasselbe  war,  als  wenn
nur  ein  Kolben  von  der  Summe  der  Querschnitte  beider  vorhanden ­
  gewesen  wäre.  Hatte  der  Widerstand  dann  eine  gewisse
Größe  erreicht,  so  löste  man  den  großen  Kolben  aus  (anfänglich
durch  Menschenhand,  später  aber  automatisch)  und  arbeitete  nur
mit  dem  kleinen  Kolben  allein  weiter.
Mit  dieser  Vervollkommnung  der  Pumpwerke  waren  alle
technischen  Vorbedingungen  zur  Einführung  der  hydraulischen
Pressen  in  die  Ölmüllerei  erfüllt;  aus  der  Praxis  heraus  ergaben
sich  aber  gar  bald  einige  neue  Probleme,  deren  Lösung  sich
zum  Teil  durch  die  ganze  Entwicklung  der  hydraulischen  Pressen
bis  in  die  Jetztzeit  hinzieht.  Das  Wichtigste  dieser  Probleme
bildet  die  Verpackung  und  Unterbringung  des  Samenmehles  in
den  Pressen.  Zur  Aufnahme  des  Preßgutes  dienten  und  dienen
noch  heute  entweder  aus  hartem  Material  hergestellte,  unnachgiebige ­
  Behälter  (sogen.  Preßtröge,  Preßtöpfe,  Preßseiher)  oder
widerstandsfähige,  dabei  aber  öldurchlässige  Gewebe  (Preßtücher),
  in  welche  man  das  Preßgut  einfüllt  und  unter  die  Presse
bringt.  Bei  der  zweiten  Art  der  Verpackung  (der  Verpackung
in  Preßtücher)  erleiden  die  Preßtücher  infolge  des  hohen  Drucks,
            
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