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von dem größten Teil der Rheinprovinz benutzt. Die Auskunftftelle be-
fchäftigt über 40 Angeftellte, darunter Korrefpondenten in franzöfifch, eng-
Iifch, italienifch und ruffifch für den Verkehr mit den Auskunftftellen der
feindlichen Kriegsminifterien.
Der Gang der Nachforfchungen z. B. nach einem im Weften Vermißen
ift folgender: es wird zunächft ein Antragsformular ausgefüllt, enthaltend,’:
Biicherkoffer (gefcliloffen).
Namen, Dienftgrad, Geburtstag,
Geburtsort, ganz genaue Bezeich
nung des Truppenteils, feit wann
und wo vermiet, Namen der An
gehörigen. Alsdann wird bei dem
betreffenden Truppenteil angefragt
nach der Erkennungsmarke, wann
Biicherkoffer (aufgekiappi).
und wo vermiet, verftorben, ob in
Einzel- oder Maffengrab beerdigt, ob Nachlaßfachen vorhanden. Weitere
Nachforfchung erfolgt beim Zentral-Nadiweisbüro des deutfdien, englifchen
und franzöflfchen Kriegsminifteriums, beim Roten Kreuz in Genf, fowie bei
dem Büro der „nouveiles des soldats“ in Paris. Sind alle diefe Anfragen
erfolglos geblieben, fucht die Auskunftftelle Namen und Aufenthaltsort
(Gefangenenlager) gleichzeitig mit dem Vermieten in Verluft geratener
Kameraden zu erfahren, um dann durch deren amtliche Vernehmung den
Verbleib des Vermieten zu ermitteln. Auf folche Weife gelingt es, in einer
fehr großen Zahl von Fällen Gewißheit über das Schickfal Verfchollener
zu erlangen. Es wurden bis 31. Mai 1917 erledigt: 176 947 mündlidie Aus
künfte, 317 583 fchriftliche Gefuche und Briefe. Ferner wurden an Kriegs-