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Zweites Buch, Cap. 6.
Nachdenken und zu praktischen Reformen, die einen Anfang
neuer positiver öffentlich rechtlicher Ordnung darstellen. Das
grosse und noch nicht gelöste Problem ist nicht nur, auch die Arbeiter
und Armen an den Früchten des wachsenden Reichthums
theilnehmen zu lassen, sondern vor Allem auch, den
neuen mitherrschenden Stand mit einem thätigen Bewusstsein
seiner politischen und socialen Pflichten zu erfüllen , ihn
wenigstens nachträglich und allmälig aus einer mehr oder
minder rücksichtslosen Oligarchie in eine wahre Aristokratie
zu verwandeln.
Dazu sind nicht nur Gesetze nöthig, welche eine den Bedürfnissen
der Grossindustrie entsprechende neue sociale Ordnung
schaffen und in denen England zwar nichts Abschliessendes
aber doch Grosses und Mustergültiges geleistet hat — es
ist auch eine Vertiefung der Vorstellungen über Staat und
Gesellschaft nöthig, welche sich von der einseitigen Verfolgung
nächstliegender individueller Interessen erhebt und im
Staate die den idealen Zielen der ganzen Menschheit dienende
höchste Organisation der. Volksgenossen erkennt. Es
ist unmöglich, dem Unempfänglichen die Nothwendigkeit und
Richtigkeit solcher Anschauung mit zwingender Logik zu beweisen.
Aber es giebt kein besseres Mittel, die Einseitigkeit
und Unzulänglichkeit entgegengesetzter Anschauung darzuthun,
als die Geschichte eines Volkes zu erzählen, das unter
der Herrschaft der Ideen des Individualismus stand. Am bejehrendsten
aber ist die Geschichte eines Volkes, das bei aller
Beschränktheit individualistischer Weltanschauung und bei
allem unerhörten Aufschwung des materiellen Reichthums doch
eine seltene sittliche Kraft in den Charakteren seiner Glieder
bewahrte und unschätzbare praktisch-nolitische Traditionen beaa88s
— und besitzt.