Anleitung zum Studium der wirtschaftlichen Staatswissenschaften. ui
trachten die Diplomprüfung in gewissem Sinne als eine Zwischenprüfung,
da sie nach zwei weiteren (also auch acht) Semestern die Promotions-
prüfung zum Dr. rer. pol. folgen lassen, so daß also auch hier das Gesamt-
studium ebenfalls acht Semester dauert.
Soweit die Studienpläne bzw. Ratschläge für die Einrichtung des
Studiums.
5. Praktische Betätigung des Studierenden.
Aber mit dem „Hören der Vorlesungen“, dem „Besuch der Übungen
und Seminare“ ist es nicht genug. Der Wirtschaftswissenschaften Studie-
rende wird außer der Benutzung einschlägiger Bücher und Nachschlage-
werke auch mit der Lektüre der in Frage kommenden Zeitschriften sich
befassen müssen. Er wird in größeren Tageszeitungen die aktuellen wirt-
schaftlichen Fragen verfolgen, um sich möglichst ein selbständiges Urteil
zu bilden und in die Probleme des Wirtschaftslebens einzudringen
versuchen.
Weiter wird von vielen Seiten den Studierenden der Wirtschafts-
wissenschaften eine Betätigung in wirtschaftlichen Betrieben und Unter-
nehmungen vor Beginn des Studiums bzw. während des Studiums emp-
fohlen. Von anderer Seite wird davon abgeraten, namentlich von der
praktischen Betätigung während des Studiums.
Wir geben hier nachstehend eine Äußerung über diesen Punkt aus
dem neuerlich herausgegebenen Studienprogramm der Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln wieder:
„Für das Studium (ganz besonders für die akademische Einführung
in die Betriebswirtschaftslehre) bedeutet es eine wesentliche Erleich-
terung, wenn die Studierenden nach abgelegter Reifeprüfung ein bis zwei
Jahre in der Praxis tätig gewesen sind. Es sind nicht in erster
Linie die dabei erworbenen Kenntnisse, die dem angehenden Betriebs-
wirt das Verständnis der Vorlesungen, auch ihres theoretischen Teils
erleichtern; wichtiger ist, daß Studierende mit einiger Praxis sich die
tatsächlichen Vorgänge leichter vorzustellen vermögen und für die mit-
arbeitende Phantasie lebenswahre Bilder zur Verfügung haben. Bei
Studierenden ohne Praxis kommt es leicht vor, daß sie sich die Vor-
gänge und Zustände ganz falsch ausmalen und dadurch im ganzen Ver-
ständnis zunächst in die Irre gehen.
Die vorhergehende Praxis hat weiter den Vorteil, daß sie in
jugendliche Jahre fällt, in denen die Behandlung, die dem Anfänger
in der Praxis naturgemäß zuteil wird, leichter und willig ertragen wird.
Studierende, die sich vor dem Studium praktisch betätigen, sollten
es nicht unterlassen, schon in dieser Zeit ein allgemeines Lehrbuch zur
Hand zu nehmen, um wenigstens ein Bild vom Wissensstoff zu be-
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