daß in der Sowjetunion Zeitungen, Zeitschriften und Bücher in dem
verschiedensten Sprachen erscheinen.“
In demselben Sinne äußern sich auch die. deutschen Arbeiter, In
ihrem Aufrufe an die Arbeiter in Baku heißt es:
„Der Bund der Republiken, den heute der riesige Sowjetstaat
darstellt, ist die einzige Staatsform, die die Freiheiten der nationalen
Minderheiten gewährleistet,”
Mit einem Wort, alle Arbeiterdelegationen stellten {fest und
sprachen es offen aus, daß das friedliche Zusammenleben der Nationalitäten
und das Gedeihen der nationalen Kultur in der USSR. das
Ergebnis des Sowjetsystems und der geschilderten Lösung des Nationalitätenproblems
ist, daß nur das Proletariat, die an der nationalen
Unterdrückung desinteressierte, an der Zusammenarbeit aller Nationalitäten
interessierte Klasse, die nationale F rage entwirren kann.
Die Sowjetgewerkschaften
Die Arbeiterdelegationen konstatieren ferner, daß unsere Gewerkschaften
hinter den alten Organisationen in Europa nicht zurückstehen,
sie in vielen Beziehungen sogar überflügelt haben. Das war zweifellos
eine Entdeckung, denn in den acht Jahren unserer Revolution haben
die Führer der kompromißlerischen Gewerkschaftsbewegung immer
wieder den Nachweis zu führen versucht, daß in der Sowjetunion tatsächliche
Gewerkschaften nicht bestehen, daß sie amtliche Stellen,
bureaukratische Organe sind, von dem Rate der Volkskommissare, der
KI., der KPSU. gegängelt werden usw. In den Augen dieser „Kronzeugen”
bestand die größte „Sünde‘ der Sowjetgewerkschaften in ihren
nahen Beziehungen zur kommunistischen Partei und darin, daß sie die
Sowjetregierung unterstützten und unterstützen, Bemerkenswert ist,
daß sich hierbei gerade diejenigen reformistischen Gewerkschaftsführer
nicht genug tun konnten, die sehr wohl wissen, welche enge Verbindung
zwischen sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften bestehen.
Heuchelei ist und: bleibt die Beschuldigung der russischen Gewerkschaften
der Unterstützung des Sowjetsystems. Wir haben dies nie verheimlicht
und erklären nochmals: Wir unterstützen die Sowjetregierung,
weil sie unsere Regierung ist. Der Vorwurf wird uns von Sozialdemokraten
gemacht, die in allen Ländern an bürgerlichen Regierungen aktiv
teilnehmen oder bürgerliche Regierungen unterstützen. Scheinbar überlegen
sie wie folgt: „Eine bürgerliche Regierung darf man unterstützen,
eine kommunistische jedoch nicht.‘ Der Zweck ihrer verleumderischen
Angriffe war so offensichtlich, daß sie bei den breiten Massen auf
Protest stoßen mußten, die in der Hetze gegen die Sowjetgewerkschaften
eine Fortsetzung der Hetzkampagne der Bourgeoisie und Sozialdemokraten
gegen die Oktoberrevolution sahen.
Wir räumen wieder das Wort den Delegierten selbst ein. In ihrem
Aufruf sagen die tschechoslowakischen Arbeitervertreter:
„+. Die russischen Gewerkschaften unterscheiden sich wesentlich
von den gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen in den anderen
Ländern, Sie sind nicht nur Organe zum Schutz der Arbeiter-28
Fulltext access denied for pi 1886439133 and pageNo 206