Holzhandelspolitik. 309
Als vertraglich nicht abzumindernde M i n d e st säße wurden vom Reichsforstwirt-
schaftsrat folgende Sätze gefordert, die, wenn autonome Sätze in Frage kommen, um etwa
50 °so erhöht werden sollen1):
Mindestholzzollsätze:
Rundholz einschließlich Papierholz.
Tarif Nr. 74:
20 Pf. je Doppelzentner,
1,20 Mk. je Festmeter Weichholz,
1,80 Mk. je Festmeter Hartholz.
Schnittholz.
Tarif Nr. 76:
200 Pf. je Doppelzentner,
12 Mk. je Festmeter Weichholz,
18 Mek. je Festmeter Hartholz.
Tarif Nr. 75: Beschla genes Holz.
mindestens die Hälfte des Schnittholzzolles.
Eisenbahnsc<wellen.
Tarif Nr. 80:
(auf einer oder auf zwei Seiten gesägt.) Zollsatz wie für beschlagenes Holz.
Tarif Nr. 83: §ehvots
Zollsalz wie für ssonstiges Schnittholz.
E&rif Rr. §3. Holzpflasterklötze.
. Y Ce "Nußbaum soll wie übriges Hartholz, Papierholz wie übriges Rundholz verzollt werden.
Sollte der Rundholzzoll für Papierholz nicht durchsetbar sein, so müßte der R.F.R.
mindestens darauf bestehen, daß als obere Grenzen für etwa zollfrei bleibendes Papierholz
eine Länge von 1,80 m und ein Durchmesser von 24 cm am schwächeren Ende zu gelten
hätten. Höhere Längen- und Stärkenmaße müßten als zu weitgehende Konzession ab-
huhn! wd . kann sich mit dieser von den interessierten Kreisen der Forstwirtschaft
geforderten Erh ö hung der derzeitigen Holzzölle nicht befreunden. Mit
H ar ms ?) bekennt er sich – des Subjeltiven seiner Auffassung wohl bewußt ~– im
Anschluß an die L i s sche Theorie der produktiven Kräfte zum Erziehungs- und Notstands-
zoll. „Soweit die Entwicklung der nationalen Produktivkräfte durch Erziehungszölle erreicht
werden kann, setzt sich Verfasser für diese ein . . O In Gegensatz zu den „Erziehungszöllen'
setzt Verfasser die ,Erhaltungszölle. Di ese le h nt er grundsätzlich ab, weil
sie unwirts< aft lich sin d.“ Diese Ansicht liegt auch der Stuttgarter Resolution
der sozialökonomischen Hochschullehrer zugrunde und wird mit unwesentlichen Abweichungen
auch von Gelehrten wie Serin g, A ere boe, Wiedenfeld, Eck ert und anderen
?ttsÔ‘te" Utsehes verkennt zwar nicht, daß die durch drückende Steuern und hohe Löhne
schon stark belastete private Forstwirtschaft Deutschlands durch die Holzabsatzkrise des
[> 1) „Mitteilungen des Reichsforstwirtschaftsrates“, 5. Jahrg., Nr. 4, herausgegeben am
25. Mai 1926, S. 65.
2) I. c., S. 202 ff.