jene vorwärtstreibende „Erwerbstüchtigkeit“ ebenso abgeht wie
angeblich der Mehrzahl der Einwanderer aus den süd- und osteuropäischen
Agrarländern, so gibt es noch viele unglückliche Umstände,
die einzelne an der Höherentwicklung hindern oder sie von
einer höheren Stufe wieder herabgleiten lassen; diese. Umstände
können allgemein-menschlicher Art sein oder in den besonderen
Verhältnissen des Landes begründet liegen, und diese Verhältnisse
sind auf sozialem Gebiete so vielgestaltig, dass man sich hüten
muss, sie auf bequeme Formeln bringen zu wollen. Die etwa
60000 Mitglieder jener syndikalistisch-revolutionären Arbeiterorganisation
mit dem Namen „International Workers of the World“
(1.W.W.), meist arme Teufel, die in der Mehrzahl in den westlichen
Staaten des Landes als Transportarbeiter, Farmtagelöhner,
Holzfäller, Hüttenarbeiter, Werit- und Textilarbeiter usw. bei
schlechtem Lohn ein unstetes Leben führen, sind zum nicht geringen
Teil ihrer Herkunft nach „Vollbürger“. Desgleichen
gibt es in der schlecht zahlenden Textilindustrie und den Bergwerken,
Walzwerken und Eisenhütten des Südens zum Teil solche
Leute ebenso wie in manchen Industrien des Nordens.
An dieser Stelle sollen auch die landwirtschaftlichenErntearbeiter
nicht unerwähnt bleiben, die als eine der merkwürdigsten sozialen
Erscheinungen des Landes dastehen. Auch sie sind wohl der Mehrzahl
nach alteingesessene Staatsbürger. Ihr Problem hat Professor
D. D. Lescohier von der schon erwähnten Universität Madison
untersucht und uns darüber schätzbare Informationen gegeben.
Es handelt sich um jährlich 100000 bis 200000 Arbeiter, die in
den Monaten zwischen Juni und September als Erntearbeiter im sogenannten
„Weizengürtel“, in den Staaten Texas, Kansas, Missouri,
Illinois, Jowa, North- und South Dakota und Minnesota arbeiten.
Sie beginnen ihre Saisonarbeit im Juni und durchziehen die Weizenstaaten
in der aufgezählten Reihenfolge, wobei sie oft bis ins
kanadische Gebiet hineingelangen. Auf jeder Farm, die sie anstellt,
arbeiten sie während etwa 10 bis 20 Erntetagen, um dann
an einem anderen Orte die Ernte mitzumachen. Nicht alle machen
den ganzen Weg vom Süden zur Nordgrenze. Viele von ihnen
sind ärmere Farmer, die im Stall oder auf dem Felde Unglück
hatten, oder die schwere Pachtzinsen zahlen müssen und mit der Gelegenheitsarbeit
ihre Habe ein wenig ergänzen. Farmer und Farmarbeiter
machen zusammen ein reichliches Drittel bis zwei Fünftel
der Saisonarbeiter aus. Diese wohnen meist selber in den genannten
Weizenstaaten. Der grössere Rest sind städtische
Arbeiter (etwa 30 Prozent) sowie 15 Prozent Mechaniker, die die
Traktoren, Mäh- und Erntemaschinen bedienen. Sechs Prozent
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